Blog: Meine Reise nach Kona

7. Februar 2018, 20:52 Uhr
geschrieben von David Hajduk

Unser guter Freund Vinc hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte ein paar Einblicke und Erfahrungen zu teilen, was es bedeutet sich auf ein Abenteuer wie den Ironman Hawaii vorzubereiten.

Vor genau 86 Tagen ging für mich persönlich ein ganz großer Traum in Erfüllung. Aus einer ziemlich kurzfristigen und spontanen Aktion ist etwas Realität geworden, das ich persönlich selber nie für möglich gehalten habe. Die Teilnahme am Ironman Hawaii! Die Mutter aller Triathlons, der Weltmeisterschaft, das Rennen von dem quasi jeder Triathlet träumt. Wir alle wissen was es bedeutet, was dazu notwendig um überhaupt ein diesem Rennen teilnehmen zu dürfen. Es ist die Weltmeisterschaft des Triathlons. Nicht nur für die Profis, sondern auch für die tausenden Altersklassenathleten. Ich für meinen Teil - ehrlicherweise - habe mit minimalen Aufwand und einer riesen Portion Glück einen der begehrten Slots ergattern können. Denn ohne diese Konstellation hätte ich die Qualifikation nie schaffen können. Wenn ich mir anschaue, welche Zeiten bei europäischen Rennen in meiner Altersklasse (30-35) hingelegt werden, macht sich bei aller Motivation und Hingabe die man für diesen Sport hat, doch sehr schnell Bescheidenheit breit. Um Finisher Zeiten um die 9 Stunden zu erreichen muss man schon auf Profi Niveau trainieren, neben Beruf, Familie, Freunde und vor allem einem normalen Leben. Aber vor diesen Leistungen habe ich allergrößten Respekt! Viele von diesen Leuten verdienen keinen Cent mit diesem Sport und machen es aus purer Hingabe und Leidenschaft - und das ist das, was den Triathlon Sport so auszeichnet. Als ich vor knapp 7 Jahren mit ca. 20kg mehr um die Hüften meine erste Sprint Distanz absolviert hatte war die einzige Motivation mal überhaupt wieder etwas Sport zu treiben. Aber mit den Jahren sammelt man viele Erkenntnisse - positive wie auch negative. Man erlebt Höhen und Tiefen, lernt unheimlich viele tolle Leute kennen, findet eine besondere Beziehung zu der Natur, erlebt Emotionen und Leidenschaft die man im Alltag vergeblich sucht und vor allem macht man die Erkenntnis, zu was man selber eigentlich so fähig ist. Es war zu Beginn nie der „Plan" mal an einer Triathlon Halbdistanz zu teilzunehmen, geschweige denn einer Langdistanz. Sowas hielt ich für völlig unmöglich! Zu was wir aber fähig sind finden wir erst heraus, wenn wir es probieren. Aber bei all der Euphorie, Anerkennung und Begeisterung über jeden weiteren Schritt, jedes Rennen und neue Bestzeiten, birgt dieser Sport auch die große Gefahr, dass man sich im stetigen streben nach höher, weiter, schneller in einer Art Strudel verliert. Der Zwang zu trainieren, die enorme Disziplin und das stetige Gefühl zu „müssen" sind die weniger schönen Begleiter dieses Sports.

Und deshalb auch der Titel „Meine Reise nach Kona". Nach nun 7 Jahren, einer Vielzahl von verschiedensten Rennen aller Distanzen, teilweise enorm intensiven Trainingszeiten habe ich nun so viel probiert und Erfahrungen gesammelt, dass die Vorbereitung auf Kona eine Art „Best of" werden soll. Die Vorbereitung soll das abbilden, was das Rennen am 13. Oktober für mich persönlich darstellt: das große Finale einer wunderschönen Reise.

Das heißt es sind noch lange 249 Tage und ich möchte in diesem Blog nicht nur über die Emotionen und Gedanken schreiben, die man im Laufe der Vorbereitung auf dieses besondere Rennen hat, sondern auch erklären, wieso weshalb warum ich gewisse Dinge auf diese Art mache. Wie wird das Training strukturiert, wie organisiert, das Thema Ernährung, Mentaltraining, Material, die Wettkämpfe uvm.

Denn mittlerweile hat bereits der zweite Trainingsblock begonnen und nach der anfänglichen Euphorie und Träumerei von Hawaii und dem Wunsch das ganze so sehr wie möglich zu genießen muss eines klar sein. Zum einen ist es eine Langdistanz und zum zweiten aufgrund der Äußeren Bedingungen eine enorm schwere. Und eines muss klar sein, eine solche Langdistanz ist eine extreme und nicht gerade gesunde Belastung für den Körper. Das Geheimnis und Herausforderung wird also in der richtigen Dosis liegen. Wie gut das klappt werden wir am 13.10.2018 sehen, wobei eine Sache für diesen Abend bereits gebongt ist - auch wenn die Amis keine Meister des Bier Brauens sind, ich freue mich jetzt schon auf das eine oder andere Krügerl ;)

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