Blog: Meine Reise nach Kona-Teil 3

11. März 2018, 17:34 Uhr
geschrieben von David Hajduk

Der Ernst beginnt...

Bisher hab ich eher nur von Wolke 7 Gefühlen, wie toll es ist sich auf ein Ereignis wie die Ironman Weltmeisterschaft vorzubereiten erzählt. Aber der Weg dahin ist lang, sehr lang und selbst mit der Erfahrung von den bisherigen Langdistanzen reden wir hier über ein ganz spezielles Rennen. Also lautet die spannende Frage, wie bereitet man sich auf ein Rennen wie Hawaii vor? Bzw. wie bin ich jetzt vorgegangen? Dabei muss ich schon etwas schmunzeln, denn jetzt erzählt der Deutsche meinen lieben österreichischen Lesern etwas über frühzeitige Planung ;) Ich habe den allgemeinen Ösi eher als spontanen Freigeist kennengelernt, der sich gern etwas mehr Zeit lässt.
An erster Stelle kommt das wichtigste, die Urlaubsplanung ;) Der Deutsche ist ja gerne morgens der erste am Pool um schon mal ein Handtuch zu platzieren. In der Planung für den Hawaii Aufenthalt ist es optimal, als einer der ersten Qualifier noch reichlich Auswahl an Unterkünften für die Woche der Wochen in Kona zu haben. Es geht nämlich nicht nur eine angenehme Unterkunft zu haben, in welcher man sich wohl fühlt und gut schlafen kann, es geht nämlich darum in kürzester Zeit die Zeitverschiebung zu verarbeiten und sich zu akklimatisieren. Aber es geht auch darum den ganzen Ironman Hawaii Flair voll und ganz aufzusaugen! Das Thema ist neben Flügen usw. schon mal erledigt ;) Leider leider kein billiger Spaß! Selbst wenn man zusieht es mit den Kosten nicht zu übertreiben, die Summe der Ausgaben sind enorm! Und dazu gehören nicht nur die Reisekosten und Teilnahmegebühren, im Laufe des Jahres werden ständig irgendwelche Materialien fällig, Eintritte ins Schwimmbad, Sportklamotten, Ernährung usw. usw. usw. Ich wurde schon oft gefragt, was man eigentlich dafür bekommt bei einem solchen Rennen teilzunehmen - es ist nicht ganz einfach jemanden unbedarftes unser Handeln zu erklären. Ist das nicht total abgedreht welchen finanziellen und zeitlichen Aufwand wir treiben? Ja - und wenn ich zurückblicke was ich dadurch an Eindrücken, Erinnerungen und Emotionen sammeln konnte - das war jeden Cent wert!
Bevor ich zur sportlichen Vorbereitung komme find ich ist es enorm wichtig sich selber die Frage zu stellen, was man sportlich erreichen möchte und mit welcher Einstellung man dieses Highlight angeht. Wie bereits in den letzten Artikeln etwas durchkam bin ich jemand, der den Sport mit absoluter Leidenschaft, Hingabe und jeder Menge Spaß betreibt. Diese Eigenschaften sind die perfekte Grundlage, aber es kommen auch die Zeiten, in welchen die Disziplin einen ins Schwimmbad treiben muss, den Hintern aufs Rad hebt oder die müden Beine noch die letzten Kilometer beim Laufen vorantreibt. Und Disziplin kann mich nur über einen beschränkten Zeitraum retten. Ich selber habe schon die Erfahrung gemacht, dass man sich mit Scheuklappen stur auf diesen einen Tag, dieses eine Ziel konzentriert vorbereitet aber total übersieht was links und rechts neben einem passiert. Worum es geht ist den langen Weg zu seinem Hauptwettkampf und nicht nur um diesen einen speziellen Tag. Da geht es lediglich darum es so weit wie möglich zu genießen. Natürlich muss man über viele Monate sehr fleißig sein und Körper und Geist auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten, aber wenn einem nach Ausschlafen, Couch oder einfach mal kein Sport ist - lasst das zu! Es geht um Kontinuität - und wenn ich mir eine Auszeit gönne, kann ich daraus sogar fitter und gestärkter herausgehen, als wenn ich mir ständig "ich muss jetzt das Training durchziehen" einrede. Nebenbei, Mentaltraining wird definitiv bald eines der künftigen Themen sein ;)
Also wie sieht die Einstellung 2018 aus? Ich möchte auf Hawaii nichts reißen, aber eine Langdistanz und vor allem auf Hawaii wird mich, meinen Körper und Geist an Grenzen führen. Also ist ein gewisses Trainingspensum nicht vermeidbar, wobei ich keine Lust habe jeden Sonntag mich 5 Stunden aufs Rad setzen zu müssen. Von daher braucht das Training Qualität! Aber immer noch nicht zum sportlichen, sondern schauen wir uns erstmal die 3 Sportarten an und checken wir das Material für 2018.
Schwimmen: Badehose - check! Schwimmbrille - Check! Mehr braucht es nicht ;) Der Neo wird wohl auf Hawaii weniger zum Einsatz kommen und das Geld speziell für einen Swimsuit möchte ich nicht in die Hand nehmen.
Fahrrad: Hier wird es schon spannender. Für die 180km braucht es solides Material, das top in Schuss sein muss. Also Fahrrad erstmal zum Service! Radschuhe, Helm sind eh klar, bei den Temperaturen auf Hawaii wird das Thema Ernährung extrem wichtig sein. Also brauchts die Möglichkeit ordentlich Flüssigkeit am Rad mitführen zu können. Also brauchts ein solides Trinksystem. Man kann natürlich Unmengen an Geld in ein tolles Fahrrad investieren, wie ein bekloppter Trainieren, aber all das bringt nichts, wenn man nicht gescheit auf dem Rad sitzt - also steht definitiv ein Termin beim Bikefitter an!
Laufen: Schuhe - Check! Wobei ich glaub ein paar der alten Hosen mal aussortiert gehören, keine Ahnung woher die ganzen Löcher in den Hosen herkommen ;) Für die Hitze auf Hawaii würde definitiv irgendeine Kopfbedeckung Sinn machen, aber damit hab ich persönlich eigentlich eher schlechte Erfahrungen gemacht. Für mich fühlt sich das eher an, als ob die Hitze unter der Kappe stehen bleibt - das schau ich mir im heißen Wiener Sommer nochmal an...
Rennpelle: Irgendwas muss man ja während dem Rennen tragen. Das Thema ist noch offen, Ein- oder Zweiteiler? Mit oder ohne Ärmel? Alles schon probiert und jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Mal in ruhigen Minuten nochmal drüber nachdenken.
Das war es aber! Es braucht eigentlich gar nicht so viel den Sport gut betreiben zu können, die Industrie freut sich natürlich über den kauffreudigen Triathleten der für jeden Schnick Schnack zu haben ist, aber man kann den Sport auch sehr solide ohne all diese Gimmicks betreiben.
Das soll es erstmal gewesen sein, beim nächsten Mal geht's dann endlich zum sportlichen, der Trainingsgestaltung ;)

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