Wachaumarathon

1. Oktober 2018, 11:34 Uhr
geschrieben von Stefan Mackovik

Viele aus der - mittlerweile schon recht großen „Monkey- Familie" -
werden uns wohl noch gar nicht kennen, weil wir es, zumindest bisher,
viel zu selten zu einer gemeinsamen Trainingseinheit geschafft haben -
wir nehmen uns aber vor, das möglichst rasch zu ändern.

„Wir" - das sind Bianca und Stefan - sind am Sonntag, den 23. September
2018 zum Halbmarathon angetreten und dürfen Euch hier unsere Eindrücke
schildern.

Bianca

Wenngleich der 21. Wachaumarathon erst die insgesamt dritte
Laufveranstaltung war, an der ich aktiv teilnahm, zeichnete sich dieser
durch geradezu ideale Bedingungen aus, die mir einen wichtigen
sportlichen Meilenstein und damit das Ausloten neuer sportlicher Grenzen
ermöglichten, wofür ich im Hinblick auf die bereits anvisierten
Laufveranstaltungen sehr dankbar bin.

Doch alles von Beginn an:

Im Gegensatz zum Wien-Halbmarathon im April 2018 war ich für den
Wachaumarathon glaublich nicht bloß sportlich, sondern auch technisch
und sportmedizinisch auf meine 21 km vorbereitet. Ziel war es diesen
Halbmarathon in zumindest 2:30 zu laufen. Vor diesem Hintergrund
startete ich meinen ersten Wachauhalbmarathon bewusst gemächlich, genoss
die eindrucksvolle Donaulandschaft und konzentrierte mich daneben
ausschließlich auf eine ruhige Atmung, sodass ich die ersten 4 Kilometer
konstant in meinem GAT 1- Bereich blieb. Ich fühlte mich zwar wohl,
verfiel sehr schnell in das sogenannte Runners-High, doch merkte ich
gegen Ende von Km 4, dass der Pace-Maker mit 2:29, dem ich mich
eigentlich anschließen wollte, nicht mehr sichtbar war und zu meinem
Entsetzen überholte mich mittlerweile auch die Walking-Fraktion. Dass
ich Stefan, der sich als Ziel 2:17 gesetzt hatte, während des Marathons
über den Weg laufen würde, wagte ich gar nicht mehr zu hoffen.

Plötzlich begann mein Körper zu rebellieren, er wollte bloß noch laufen,
schneller, viel schneller laufen, sodass ich, ehrlich gesprochen, keine
Erinnerung an die nächsten verbliebenen 14 Kilometer habe, die mein
Körper offensichtlich laufend bewältigte und mich in weiterer Folge in
einen Trancezustand versetzte. Erst als ich etwa bei Kilometer 18
"meinen" Pace-Maker überholte, war mir erstmals bewusst, dass ich mein
Ziel, mehr noch, eine persönliche Bestzeit erreichen würde. Dem war auch
so: Begleitet von einem "Canned-Heat-Song" lief ich keuchend die
letzten Kilometer und erzielte 2:24. Meine Freude war riesengross!

Stefan

Für mich war der Wachaumarathon 2018 meine insgesamt 5.
Laufveranstaltung - und der zweite Halbmarathon. Den ersten im Frühjahr
in Wien hatte ich in weniger guter Erinnerung: Ich habe ihn zwar
geschafft, bin aber über viele Kilometer gegangen und wurde zum Schluss
auch von Krämpfen geplagt. Die Hitze hatte mich, wie viele andere damals
- „kalt erwischt"

Die Voraussetzungen am Sonntagmorgen in der Wachau sahen dagegen
komplett anders aus: kaum 12 Grad und Regen. Leider waren wir viel zu
früh am Start in Spitz und durften uns diesmal - ganz im Gegensatz zum
April „den Hintern abfrieren". Dumm auch, dass fast alle Lokale in Spitz
erst lange nach dem Startschuss aufsperren, sonst hätte man sich dort
derweil aufwärmen können.

Das mit der Kälte war aber kurz nach dem Start um 10:00 Uhr sehr schnell
vergessen - denn schnell kam ich nach den ersten zwei bis drei
Kilometern ins Schwitzen. Sogar über die kurzen Regenschauer während des
Laufens war ich dankbar, sorgten sie doch für willkommene Erfrischung.

Die Laufbedingungen waren in Wirklichkeit damit sogar ideal - und die
allgemeine und meine persönliche Stimmung perfekt. Die Laufstrecke, die
von Spitz nach Krems führt, ist, weil sie fast immer eben verläuft für
Anfänger wie mich perfekt geeignet. Außerdem sorgt die malerische und
abwechslungsreiche Landschaft dafür, dass man sich manchmal gar nicht
wie in einem Laufbewerb fühlt, sondern als ob man einen schönen
Sonntagsausflug unterwegs wäre, nur eben laufend statt wandernd.
Entsprechend schnell ist die Zeit dann meinem Gefühl nach auch vergangen
und schon bald war Krems in Sichtweite. Nur das man dann kurz das Ziel
vor Augen hat und doch noch durch „halb Krems" laufen muss um es zu
erreichen machte dann kurzzeitig doch etwas mürbe.

Zwar verfehlte ich aus der sportlichen Perspektive das von mir selbst
gesteckte Ziel dann doch um einige Minuten, war aber im Endeffekt deutlich
schneller als im Frühjahr in Wien. Jedenfalls wird das mit Sicherheit
nicht mein letzter „halber" gewesen sein, denn dafür hat es eindeutig zu
viel Spaß gemacht!

Sunpie Agency