Challenge St. Pölten – ein spätes Season-Opening

8. Juni 2020, 14:41 Uhr
geschrieben von Thomas Spreitzer

Die Challenge St. Pölten, die heuer am 23.5. hätte stattfinden sollen, musste wie so viele andere Veranstaltungen leider abgesagt werden. Nichtsdestotrotz wollten Rudi, Robert, Ralph und ich uns der Herausforderung stellen und endlich unseren ersten Triathlon 2020 „finishen“. Daher beschlossen wir am 6.6.2020 in St. Pölten unsere ganz eigene Challenge zu veranstalten.

Treffpunkt war um 8.00 Uhr morgens in Jedlesee. Nachdem uns vom Oberaffen, der seinerseits ab 9.00 Uhr die traditionelle Samstag-Rundfahrt anführte, höchstselbst ein Kaffee kredenzt wurde, brachen wir pünktlich um 8.20 Uhr mit dem Monkey Mobil Richtung St. Pölten auf.

Beim Sportzentrum in St. Pölten, in dem auch die Challenge St. Pölten veranstaltet wird, fanden wir nicht nur einen verwaisten Parkplatz sondern auch ideale Bedingungen für unseren Trainingstag vor. Hoch motiviert schlüpften wir umgehend in unsere Neoprenanzüge und gingen Richtung Start beim Großen Viehofner See, um den ersten Teil der Challenge in Angriff zu nehmen. Entgegen dem üblichen Gedränge beim Schwimmstart mussten wir vier uns den Steg zum Einstieg nur mit einem Pärchen teilen, das ein Schwangerschafts-Fotoshooting machte und den ca. 19° Celsius warmen See nur mit einigen Fischen. Beim Ausstieg des ersten Sees wurden wir wieder vom Fotoshooting-Pärchen in Empfang genommen und nutzten den ca. 200m langen Landgang zur Analyse des ersten Schwimmteils und der guten Wasserqualität. Beim zweiten See, dem Ratzersdorfer See, angelangt, zögerten wir nicht lange und warfen uns erneut in die Fluten, um den ersten sportlichen Teil des Tages zu erledigen. Nach dem insgesamt 1,9km langen Schwimmen begaben wir uns zufrieden in die Wechselzone (aka Parkplatz) und bereiteten uns auf den zweiten Teil, die ca. 91km lange Radrunde mit zweieinhalb Bergen, vor.

Nach einer unglaublich schnellen Wechselzeit und gerade erst einmal 4km auf dem Rad hatten wir aber einen Schreckensmoment. Nach einer verpassten Abzweigung und der deswegen notwendigen Wende, kam es zwischen Ralph und mir zu einer Kollision und einem Sturz. Bis auf kleine technische Probleme, die wir schnell behoben hatten, und leichten Abschürfungen (Ralph konnte sich sehr elegant abrollen), verlief der Unfall aber glimpflich. Ein bisschen verwirrt waren wir allerdings, als ein Autofahrer, während wir die Räder wieder herrichteten, neben uns anhielt und scheinbar von schlechtem Gewissen geplagt nachfragte, ob er zu knapp überholt hätte und dadurch den Sturz verursacht hätte. Er hatte nämlich einen von uns am Boden liegen gesehen und den Sturz mit seinem Überholmanöver (an das ich mich nicht einmal erinnern konnte) in Verbindung gebracht und wollte sich entschuldigen und uns behilflich sein. Nach diesem Intermezzo nahmen wir die Fahrt wieder auf und absolvierten die landschaftlich sehr schöne Radstrecke, die teilweise entlang der Donau in der Wachau und zwischen Weinbergen verläuft, in etwas mehr als drei Stunden ohne weitere Zwischenfälle.

Wieder in der Wechselzone angelangt, wechselten wir mehr oder weniger zügig in die Laufschuhe und jeder von absolvierte noch einen abschließenden Lauf entlang der Traisen in der prallen Sonne.

Der sportliche Teil eines sehr langen und schönen Trainingstages war dann um ca. 16.30 Uhr abgeschlossen. Zufrieden, aber erschöpft von den Anstrengungen des langen Tages, gönnten wir uns zum Ausklang noch jeder einen Steckerlfisch, ein Eisgreißler-Eis und ein paar Erfrischungsgetränke. So gestärkt, konnten wir entspannt und im Auto fachsimpelnd die Heimreise antreten und nach dem Formtest darauf hoffen, heuer noch an dem einen oder anderen Bewerb teilnehmen zu können.

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