„Locker bleiben“

25. August 2020, 7:35 Uhr
geschrieben von Anita Palkovich

„Locker bleiben“ - Einer muss immer der Letzte sein – Aquathlon in Ferlach

Bei großer Hitze fanden am 22. August 2020 in Ferlach die österreichischen Staatsmeisterschaften im Aquathlon statt. Ich habe mich gut vorbereitet und viel trainiert. Mein Coach Matthias Müller unterstützte mich die letzten Monate mit viel Ruhe, passte immer wieder geduldig meinen Trainingsplan an und motivierte mich, wenn notwendig.

Die große Monkey-Familie hat sich für diesen Wettbewerb angekündigt, um im Vereinscup dem HSV die Stirn zu bieten. Das erste Mal kann ich auch Punkte machen – meine erste Teilnahme bei österreichischen Meisterschaften und mein erster Wettbewerb nach fast einem Jahr. Die Aufregung und die Freude waren groß.

Da ich mit meinem Mann Gerald (ebenfalls ein Monkey) sowie meinen Töchtern Mia und Nina in Krumpendorf im Urlaub war, verlegten wir unser Training am Montag davor nach Ferlach. Dort durften wir die Jugend des HSV Kärnten beim Training beobachten und ich erfuhr, dass es beim Wettbewerb einen Sprungstart vom Steg geben wird. Das wollte ich dann natürlich mal üben. Nach einem „Bauchfleck“ und dem wiederholten verrutschen meiner Brille beschloss ich „locker bleiben“ und einfach eine Kerze machen.

Dann war er da, der große Tag. Wir waren pünktlich vor Ort, wir haben nichts vergessen und die Kinder waren auch entspannt. Meine Nervosität war groß. Die verflog aber rasch in Gesellschaft der Monkeys. Alle waren gut drauf und die Sonne lachte. Die zwei Stunden bis zum Start verflogen richtig und auf einmal Stand ich am Steg – „locker bleiben“.

Im Wasser habe ich schnell einen guten Rhythmus gefunden und fühlte mich auch gut. Die gesamte Strecke bin ich durchgekrault. Dann der Wechsel mit 25 Sekunden. Zufrieden gehe ich auf die Laufstrecke.

Es ist heiß und ich merke, da stimmt was nicht. Magenkrämpfe plagen mich und immer wieder bekomme ich Kopfschmerzen. „Soll ich gehen?“ frage ich mich alle paar Meter. Aber nein, „locker bleiben“ und durchhalten. Immerhin kommt man doch öfter bei sehr lauten Monkeys vorbei da wir drei Runden laufen müssen, das hilft. In der letzten Runde kommen mir dann Streckenposten entgegen und ich realisiere, das da wohl nicht mehr viele sind. Ich kämpfe mit mir und der großen Hitze.

Durchhalten und weiterlaufen. Kurz vor dem Ziel werden schon die Streckenmarkierungen weggeräumt und jetzt weiß ich: „Ich bin die Letzte.“ Mein Mann, der dritter in seiner Altersklasse wurde, und meine Töchter empfangen mich stolz im Ziel. Ich bin fix und fertig und brauche unbedingt was zum Trinken.

Tolle Leistungen, viele Podestplätze und jede Menge Punkte im Vereinscup sind die Belohnung für die Monkeys. Ich bin auch zufrieden, ich habe alles gegeben und einer muss der Letzte sein. Diesmal halt ich.

Nach fast zwei Jahren bei den Monkeys bin ich so richtig im Triathlon angekommen. Ich bin zwar kein Naturtalent aber eine Kämpferin mit Durchhaltevermögen. Gute Voraussetzungen. Also: „Locker bleiben und weiter trainieren.“

Sunpie Agency