Ein nasses „Gschichtl" mit Geschichte

16. März 2017, 8:37 Uhr
geschrieben von Rudi Hummel

Auch Wiener-Großstadt-TRI-Affen haben beim Freiwasserschwimmen eine zweite Haut:
Um 1930 erfunden in Amerika als Material das Gummi und Nylon ähnelt, in der Sportwelt als Kälteschutzanzug verwendet, mit Tauch-, Wasserschi-, Surf- Aktivisten weiterentwickelt, ist er bei uns Triathleten nun Schwimm-Neoprenanzug kurz „Neo" genannt, als Schwimmhilfe gelandet und nicht mehr wegzudenken.
1985 fand hier in Wien der erste Triathlon an der Neuen Donau statt. Nachdem im 84er Jahr der erste Wiener Stadtmarathon veranstaltet wurde, bei dem schon 794 Marathonis das Ziel sahen, das Sportgeschäft „Schuh Schi" neue Maßstäbe in Sachen Schwimm-, Rad-, Lauf- und Ausdauersport setzte und gleichzeitig als Initiator-Sponsor-Veranstalter des „Donauinsellaufs" antrat, kristallisierte sich die zukünftige Klientel des heimischen Triathlonsports heraus. In diesem Umfeld fiel also auch der Startschuss in unserer Sportart. Als damaliger Veranstalter war der inzwischen schon langjährige VCM - Organisator und ehemalige Spitzenläufer Wolfgang Konrad verantwortlich. Über den Marathon kommend und durch Wolfgang Rezek, den späteren Veranstalter des Ameiser- Duathlon, vom Triathlonfieber angesteckt, stand ich 1985 staunend als Zuschauer neben der Reichsbrücke, dann 1988 frierend ohne „Neo" , in Vaseline getaucht selbst am Start. Neo-Träger waren noch in der Minderheit. Am 3. September 1989 fand dann mein Schwimmdebüt mit meinem 1. Neoprenanzug der heimischen Marke „Camaro" statt. Ein Wunderwerk der Technik, diese Kunstgummihaut.
Es folgten Produkte der Fa. Quintana Roo und Zoot, im ungefähren Zehnjahres-Rhythmus. Mein Erstling dient noch immer als „Ersatzteillager" der nachfolgenden Anzüge.
Heuer am 05. März im Happyland Klosterneuburg fand aktuell das Neopren -Testschwimmen vom zukünftigen Veranstalter des Wien-Triathlons, Robert Pscheidl, perfekt organisiert in der Nähe unserer Monkeys Heimstätte statt. Die Spezialisten vom P3, verstärkt durch diverse Firmenvertreter namhafter Triathlon-Schwimmanzug-Hersteller, wickelten das Testprogramm professionell und perfekt ab. Einige TRI Sports Monkeys nahmen die Gelegenheit wahr um sich eine neue Haut zuzulegen. Ganz schön anstrengend, das mehrmalige Umziehen der Neoprenbekleidung mit nassem Körper und dazwischen die lehrreichen Gespräche mit dem Fachpersonal. Nach einigen Stunden, entkräftet aber zufrieden, waren wir Monkeys mit brauchbaren, zeitgemäßen Schwimmhilfen ausgestattet.
Wenig getan hat sich über die Jahre in Sachen Schwimmsuit-Nachhaltigkeit im Triathlonlager.
In regelmäßigen Abständen all die Jahre über versuche ich meine Neoprenanzüge, die man ja recht leicht beschädigt im harten TRI-Alltag, von einem kompetenten Ansprechpartner in Wien reparieren zu lassen. Unmöglich. Die letzte Woche versuchte ich wieder einmal intensiv, Schwimm-Neos fachlich versierten Personen fürs Service bzw. die Instandsetzung nahezubringen. Dutzende Telefonate und Mailanfragen später war das Projekt fast gescheitert.
Argumente um beschädigte Schwimm-Neos nicht zu reparieren: „ ...Wichtige Substanzen wurden vom Material an die Umwelt abgegeben, jetzt ist es porös und nicht mehr zu verwenden, wegwerfen.
Die Trockenzeiten bei der Rep. zwischen den Arbeitsgängen vom Neoprenklebstoff sind so lange, das rentiert sich nicht für uns. Nach dem Überarbeiten wäre er so unansehnlich, dann würden sie ihn sicher nicht mehr anziehen"....solche Ausreden oder ähnliche bildeten die Basis für die Absagen der „Fachleute" von div. Trendsportarten, die mit Kälteschutzanzügen handeln und deren Gewinnspanne während dem Heilungsprozess sicher zu gering ausfallen würde.
Zur Klarstellung...Mit reparierten Schwimmanzügen schwimmt man keine Bestzeiten sondern:
Schützt den Wettkampfanzug und schont ihn für den Tag X bei einigen Trainings.
1. Schnorchelt im Sommer im Meer und in Seen (Urlaub).
2. Verwendet ihn bei längeren Schlauchboot Touren oder beim Surfen und Wasserschi fahren oder unzähligen anderen Aktivitäten die ein Triathlet zur Regeneration so betreibt.
3. Dient zur Integrationshilfe von islamischen Ganzkörper- Burkiniträgerinnen, die den ersten Schritt in unsere westliche Zivilisation machen um ihre Hasema oder Scharia-Badeanzüge gegen moderneres Gerät zu tauschen.
4. Als Ersatzteillager und Reparaturmaterial für unsere leicht beschädigte „Einser- Wäsch."
5. Um TRI-Kids, Jugendlichen und im Juniorenalter ein finanziell günstigeres Übergangsjahr (Wachstumsschub) zu ermöglichen.
6.Vor allem aber als Testanzug für Neueinsteiger(innen) die mal hineinschnuppern möchten.
Dann das Erfolgserlebnis!
Aus vergangenen Tauchsporttagen ein Insidertipp und zwei kurze Telefonate später, gab es für mich die Besichtigung der schwer verletzten Patienten sowie die Reparaturzusage. Nach dem Grad der jeweiligen Beschädigung wurde anhand der Faustformel: 1 cm Flickwerk= 1 Euro, ein KV für meine zerrissenen Neoprenanzügen erstellt. ....ein Wiener Wunder.

Kontakt für alle TRI Begeisterten mit beschädigter Haut und ähnlichen Problemen von dieser Zauberwerkstatt:

Tauchshop/Reglerservice
Helmut Hubalek,1210 Wien, Brünner Straße 209/1, Tel: +43 676 517 39 30, +43 1 290 32 56
helmut@regler-service.at
www.regler-service.at

Also...versorgt eure Kälteschutzanzüge dementsprechend sorgsam und fahrt nicht mit dem Rad damit. Ähm...auch beim Lauftraining würde ich davon abraten ihn zu benützen.
.....so hoffe ich mit meinen Infos gedient zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
auf bald, der TRI „Altaffe".

Sunpie Agency