Magisches Lauftraining

10. Jänner 2018, 5:55 Uhr
geschrieben von Rudi Hummel

Werte Affenfamilie, liebe Sports Monkeys,

ich möchte alle im Neuen Jahr begrüßen und von einem weiteren Trainingserlebnis der letzten Tage berichten. Diese außergewöhnliche Begegnung in unseren Breiten ereignete sich bei einer langen Grundlagen Laufeinheit bei einem unserer Mittwoch-Trainings der letzten Tage. Da es der Gattung entsprechend ja auch einige Nachtaktive (Aoutus, Aotidae), zumindest aber abendaktive Primaten gibt und unsere Übung schon im Dämmerlicht startet, wird meist die erste Hälfte der anlaufenden Aktivitäten in der beleuchteten Hauptallee absolviert.
In weiterer Folge und der fortschreitenden Ermüdung geschuldet wurde in der zweiten Trainingshälfte das Happel Stadion umrundet sowie das Gelände der Trabrennbahn Krieau links liegengelassen. Danach haben wir die Wirtschaftsuniversität durchlaufen, um den schon nach dem getanen Tageswerk müden Monkeys besondere Reize und ein wenig Abwechslung zu bieten. Logischer Abschluss der Runde ist das passieren des Wurstelpraters. Diese Routenwahl hat ihren besonderen Reiz und in der Regel präsentiert sich die Vergnügungsstätte der Wiener beim Durchlauf spät am Abend im Winter menschenleer. Diesmal aber, den frühlingshaften Temperaturen geschuldet, versanken wir im Menschenmeer. In einem Slalom bewegten wir die müden Affen-bodys durch das Gedränge der Menschenmenge, bahnten uns den altbekannten Weg Richtung Riesenrad.
Jetzt brach es unvermittelt los! Auf Höhe „Wilde Maus" (das ist eine Hochschaubahn):

Unser Trainer Matthias übersah einen Mistkübel und kollidierte, konnte einen Sturz gerade noch vermeiden. Vinci, unser Leitaffe, der ebenfalls mit von der Partie war, liess nur einige Wortfetzen fallen wie: „ drüber springen", oder „rumturnen" usw. Mit einem Mal waren alle die verloren geglaubten Energien wieder da. ...Was so eine Aktivierung der Lachmuskeln blitzartig auslösen kann! Zudem befanden sich plötzlich vier afrikanische Halbwüchsige in ihrem Alltagsgewand lachend und kudernd in unserer Gruppe. Bei diesen acht bis zwölfjährigen Kindern lief der Schmäh genauso wie bei uns Altwienern. Lachend und kreischend blickten sie uns an und hielten mit ihrem nicht zum Laufen geeigneten Schuhwerk locker mit uns mit. Das ging/lief einige Minuten so.
Die Jungs hatten ziemlich Spaß mit unserer Laufkultur. Ihre weißen Augen blitzten wie Taschenlampen auf, und ihre gesunden weißen Zähne versuchten das noch zu übertreffen. So viel Lebensfreude und Wertschätzung in wenigen Augenblicken habe ich selten erlebt. Da war auf einmal wieder einer dieser magischen Momente im Leben, die man sich mit Geld nicht kaufen kann und die wir doch bei unserem Triathlonsport immer wieder erleben.

Unplanbar, unpackbar. Soviel Glück, Freude und Zufriedenheit in diesen Augen zu sehen stärkt mich, macht mich glücklich. Ich bin stolz ein Wiener zu sein und auf unsere Stadt die es in diesen heutigen Zeiten noch immer möglich macht solche Erlebnisse zu haben.
Die dahinlaufende Affengruppe fühlte sich im aufgegangenen Zeitfenster wie eine Antilopenherde, lief noch ums Riesenrad, trennte sich von der charmanten kindlichen Begleitung und rückte in die Monkeys-Arena ein. Die Nachbearbeitung unseres abwechslungsreichen Trainings unter der Dusche in unserem Affenhaus war ebenfalls legendär, aber das ist eine andere Geschichte.

Geschätzte Triathleten, liebe Monkeys,
achtet auf Dauer und Dichte der Trainingsreize, schaut auf die regelmäßige Kommunikation mit den „Apeman", unseren Trainern.
Genug gekreischt: Wünsche Euch allen so positiv-mystische Trainingsreize in dieser Wettkampf-dünnen Vorsaison wie Euer Trainerteam sie schon erleben durfte, viele erfolgreiche, unfallfreie Wettkämpfe im Neuen Jahr und genügend Zeit um dieses schöne Stück Leben auch wirklich zu genießen.
Euer Silberrücken

Sunpie Agency