WLV Crosslaufcup

25. Jänner 2022, 16:59 Uhr
geschrieben von Lukas Hartmann

...oder, sich mal auf neue Dinge einlassen…
Sonntag, 23.1. 2022: mehr nasser Schnürlregen als Sonnenschein, eher kalt bis sehr kalt (1-2°C) – „einfach schiach“ – auf gut wienerisch. Das Trainings-Repertoire eines Triathleten würde viele Dinge zulassen: Langlaufen bei romantischen Winterbedingungen, Trainingsprogramm Indoor am Rad und Hahnenkamm-Rennen schauen, Training ins warme Fitnessstudio oder Schwimmbad verlegen…
…oder man packt seine sieben Sachen, fährt auf den WLV Platz im Prater und trotzt den äußeren Bedingungen und startet beim WLV Crosslaufcup! Manche Teilnehmer (nicht ich) starten sogar „kurz/kurz“! (Schön, dass Triathlon Veranstaltungen meist in der warmen Jahreszeit stattfinden)

Bevor ich kurz über das unspektakuläre Ergebnis (meines) berichte, möchte ich aber gerne ein wenig ausholen: Crosslauf-...kurz Cross, auch  Querfeldeinlauf  oder  Geländelauf, ist eine Variante des Laufsports, bei der das schnelle Durchlaufen von profiliertem Gelände abseits befestigter Wege im Vordergrund steht. Crosslauf wird oft nach Abschluss der Leichtathletiksaison in den Wintermonaten ausgetragen bzw. ist als Vorbereitung auf die kommende Laufsaison beliebt und willkommen. Die Strecke muss in einem offenen oder waldreichen Gebiet liegen, möglichst mit Gras bedeckt und mit natürlichen Hindernissen versehen sein, die allerdings den Läufer nicht gefährden sollen. Die Läufe finden in der Regel auf einem Rundkurs von bis zu 2000 m Länge statt.

Der Trainingseffekt für Läufer und Triathleten:
Das wechselnde Terrain und die anspruchsvollen Bodenverhältnisse mit kleineren Anstiegen und Sprüngen beanspruchen die Beinmuskeln viel mehr und sorgen dafür, dass sich in der Beinmuskulatur viele neue Blutgefäße bilden, die den Sauerstofftransport an die Muskeln optimieren und die Ermüdung hinauszögern. Zusätzlich werden Beweglichkeit und Reaktionsschnelligkeit trainiert und aufeinander abgestimmt. Viele koordinative Abläufe zwischen Gehirn und Muskulatur werden gezielt geschult. Beim Crosslauf wird neben der Bein– und Gesäßmuskulatur der Oberkörper mit allen Rücken- und Bauchmuskeln gefordert, die Arme müssen intensiv mitarbeiten um Ungleichgewichte auszubalancieren und um Kurven zu steuern. Durch den weichen Untergrund werden Gelenke geschont und die kleine Muskulatur und Bänderelastizität gut trainiert. Auch aus diesen Gründen gehe ich davon aus, dass in meinen Trainingsplänen ganzjährig aber vorwiegend im Winter meine Laufeinheiten fast immer den Beisatz tragen: „gerne crossig, gerne hügelig!“ https://www.sandrina-illes.at/

Crosslaufcup WLV:
Seit Jahren findet auf der WLV Anlage (Cricket Platz) gegenüber vom Ernst Happel Stadion traditionsgemäß im Jänner der Crosslaufcup statt. Die genaue Ausschreibung inkl. Termine, Distanzen und Streckenpläne findet ihr unter.
https://oelv.athmin.at/api/file.aspx?id=57427

Gelaufen wird auf dem Gelände des WLV Platzes, großteils auf Rasen - die ungefährlichen aber fordernden Streckenteile werden als Strohballen, Grünschnitt Schikane (mit 3 quer gelegten Baumstämmen), Wurfkurve oder Waldpassage mit 180° Kurven (besser zu verstehen als „Gatschkurven“) bezeichnet. Die Distanzen sind je nach Bewerb (für Erwachsene) Sprint 2.150m bzw. 3.050m; Kurzstrecke 5.750m und Langstrecke 9.350m lang. (2,3,6. zw.10 Runden). Ergibt bei der Langstrecke immerhin die Notwendigkeit 90x über kniehohe Hindernisse zu springen. (Womit diese Hindernisse gegen Ende des Laufes, schier unüberwindbar erscheinen…)

Sowohl beim ersten Termin am 9.1. 2022 über 5.750m bzw. heute über die lange Strecke von 9.350m habe ich meine Cross-Schuhe geschnürt um die lange wettkampfreie Zeit (wenn man im Oktober schon Entlastungsmonat hat…) einmal zu unterbrechen. Begleitet, motiviert zum Mitmachen und als sportliches „Match up“ (ohne ernste Chance für mich) war Christian Almeder (als Monkey jedoch gestartet für den ULC Langenlois) (natürlich ebenso wie Julia) mit beim Crosslauf.
Die Veranstaltungen selber sind geprägt von einem kleinen sehr freundschaftlichem Teilnehmerfeld (man kennt sich aus Trainingsgruppen, Vereinen,u.a. Team Vegan stark vertreten, oder privat) und einer sehr freundlich und liebevoll gestalteten Organisation. Die Räumlichkeiten des WLV Platzes bieten einen sehr praktischen Rahmen. Die Zeit wird per Hand gestoppt und der Startschuss aus der Schreckschusspistole gegeben, die ersehnte letzte Runde jedem persönlich ausgerufen und die Moderation und Siegerehrung äußerst nett und persönlich gestaltet. Der Rummel ist nicht groß – die Schokolade, die man als Sieger oder AK-Sieger gewinnen kann, dafür schon.

Groß ist die Anstrengung, hoch der Puls, eisig die Luft in der Lunge und die Runden, die es zu Laufen gibt, gefühlt kaum wenig werdend… aber was denke/schreibe ich… WOW- echt geil – wieder einmal ein Kampf gegen sich, die Zeit und die Konkurrent*innen! Perfekt! Cool! - Rennen sind die schönste Belohnung für das Training!

Ergebnisse – Laufzeiten:
Jegliche Ergebnisse aller Teilnehmer:innen sind auf der WLV Homepage einsehbar.

9.1. – 5.750m
Sieger/zeit Herren: Rudolf Fencl, DSG Wien 0:20:23
Christian: 0:24:13h !
Lukas: 0:24:38h

23.1. – 9.350
Sieger/zeit Herren: Bernhard Neumann, DSG Wien, 0:33:06h
Christian: 0:40:23h
Lukas: 0:40:59h

Und wer Lust bekommen hat, 2. Termine gibt es noch!
Anmeldung für die Bewerbe beim WLV-Crosslaufcup direkt über Vincent Hummel (nach vorheriger Athletenregistrierung) möglich.

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