12 Monkeys, 24 Meinungen

20. April 2022, 10:00 Uhr
geschrieben von Lena Tölke

...und eine Co2-Kartusche für das Fahrrad...,

Cesenatico 2022 - mein erstes Trainingslager - fing genauso an und endete lustigerweise auch mit einer Gaskartusche - mehr dazu später. Angekommen sind wir am Samstag um 11:38 Uhr und waren extrem glücklich, nur 8.5h für die Anreise gebraucht zu haben. Nachdem wir die ersten Monkeys begrüßt und die Zimmer bezogen hatten, ging es zum Bike-Check und der ersten kurzen Radausfahrt. Das Wetter spielte mit und man spürte die geballte Monkey-Motivation - was für ein Gefühl! Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen und musste auch schon am ersten Tag den Pool testen und voller Enthusiasmus danach kurz ins Meer springen. Spoiler: Das war dann auch schon das erste und einzige Mal, dass ich ins Meer gesprungen bin. Enthusiasmus macht das Meer leider auch nicht wärmer.

Tag 2 kam schneller als gedacht und schon war ich mit den Cappuccinos - der Radgruppe von Alex- auf der Straße. Nachdem wir uns zwei- drei Mal verfahren hatten, fanden wir in der Gruppe zusammen und kamen ins Rollen. Nach der ersten Pause hatten wir aber bereits wieder Probleme, weil einige Dreck in den Cleats (Pedalplatten am Radschuh) hatten. Nach weiteren zwei Pausen ging es an die ersten Hügel - so eine schöne Landschaft. Das Pech blieb aber leider bei den Cappuccinos, da wir uns hier und da nicht einig über den Weg waren. Als wir gerade wieder flüssig fuhren, verlor der Reifen von Ana dann deutlich hörbar Luft. Oh nein! Panne! Aber kein Problem für uns geschulte Monkeys, die gerade erst den Rad-Workshop hinter sich hatten. Wir machten also die gefühlt 15. Pause der Ausfahrt und Ana wechselte mit geballter Cappuccino-Kraft den Schlauch. Motiviert wollten wir natürlich auch alle eine Gaskartusche ausprobieren und Markus war der Affenheld der Cappuccinos, als wir den Reifen mit seiner Gaskartusche aufpumpen konnten. Nachdem wir uns als Gruppe kurz selbst gefeiert hatten ging es voller Motivation weiter und wir hofften auf eine schnelle Rückfahrt. Naja, hoffen kann man ja immer, aber nach nicht einmal 20 Metern hörte ich erneut das Geräusch der Geräusche, das Schläuche wechseln lässt. Da war uns allen schon klar, dass wir den Schlauch wohl noch einmal wechseln müssen. So viel Euphorie wir dem ersten Wechsel entgegen gebracht hatten, so wenig motiviert waren die Cappuccinos für den zweiten Wechsel. Wie auch? Wir hatten zu diesem Zeitpunkt nicht einmal einen Cappuccino trinken können. FRECHHEIT! Aber es brachte nichts und mit geballter Power wurde der Schlauch noch einmal gewechselt und gründlich nach der Ursache gesucht, welche nicht gefunden werden konnte. Nachdem Ingrid und ich noch ein paar vorbeifahrende Radfahrer anfeuerten und die Cappuccinos die erneute Zwangspause in der Sonne genossen, konnten wir dann doch irgendwann wieder weiter. Innerlich hielten wir wahrscheinlich alle inne, ob wir noch einen Platzer haben werden, oder ob es jetzt funktioniert und es sollte (zumindest vorerst) der letzte Reifendefekt gewesen sein. JUHU! Aber wenn ihr jetzt denkt, dass wir danach endlich Pannenfrei zurückfahren konnten.... HA! Viel zu früh gefreut! .... Bei der nächsten Abfahrt klemmte nämlich aus dem Nichts heraus meine Bremse und die Kette von Stefan hörte sich auch nicht gut an. Die Cappuccinos hatten also den nächsten Stopp. Meine Bremse hatte sich jedenfalls oben verkeilt und ließ sich nicht mehr locker stellen, weshalb wir dann die Bremsbacken breiter stellten, damit ich weiterfahren konnte. Pause 22 hatten wir also auch hinter uns, aber Pause 23 ließ nicht lange auf sich warten. Beim nächsten Schlagloch (und davon gab es verdammt viele) sprang meine Bremse zum Glück wieder rein. Yay! Aber so mussten wir eben noch einmal anhalten, um meine Bremsbacken wieder einzustellen. Was für eine Ausfahrt! Und zu dem Zeitpunkt waren wir noch nicht einmal wieder zurück. Wahnsinn! Die restliche Rückfahrt verlief aber glatt und für alle die wollten, ging es dann noch zum Koppellauf. Natürlich wollte ich! Motiviert war ich ja immer schon für 5 Personen. Zeit hatte ich aber nur für 17 Minuten, da ich danach direkt zum Schwimmen wollte.
Beim Schwimmen ging es auch direkt los mit einem gut anstrengenden und langen Programm, wo ich einige Krämpfe in Wade und Oberschenkeln wegschwimmen musste. Ging schon, aber war ungewohnt anstrengend für mich als jemand der Schwimmen liebt. Tag 2 war geschafft und ich fühlte mich ziemlich gerädert. Annika sagte mir zwar, dass der erste Trainingstag wohl der schlimmste sein würde, aber ich war mir da nicht so sicher und stellte mich mental schon einmal auf schlimmen Muskelkater ein.

Zu meiner Überraschung hielt es sich am nächsten Tag aber in Grenzen und ich fuhr mit Rudi und Robert die 100km Radausfahrt über Verucchio nach San Marino.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verucchio
https://de.wikipedia.org/wiki/San_Marino

Die Straßen blieben weiterhin schlecht, aber die Pannen wurden weniger. Weniger ja, aber ganz blieben sie nicht aus. Wie sollte es auch anders sein, nachdem wir bei Ana vorne schon 2 Schläuche und den Mantel gewechselt hatten, hatte sie nun kurz nach der ersten Kaffeepause hinten einen Platten. Aber kein Problem, wir waren routiniert und mit geballter Monkey Power wurde auch dieser Schlauch gewechselt. Nach der kleinen Pause ging es dann die Berge rauf und 18% Steigung merkte ich schon sehr im Oberschenkel. Aber egal, die Motivation war hoch und die Muskeln noch frisch. Oben angekommen gab es einen weiteren Kaffee und einige Fotos, um die Momente festzuhalten. Zurück ging es auch schneller als gedacht und im Hotel angekommen war es schon Zeit zu Schwimmen. Zum Schwimmen war ich hoch motiviert, aber meine Muskeln spürte ich deutlich von der Radausfahrt. Man merkte bei allen eine gewisse Erschöpfung und so waren es auch nur ca. 2.500m die geschwommen wurden. Ob Absicht oder nicht, danke für das Erbarmen an die Trainer! Vor allem mit Blick auf die geplanten 5.500m am Donnerstag war es dann auch ganz gut so. Am Dienstag stand dann das Duathlon-Training an. Ich war extrem gespannt, aber wusste nicht, wie es laufen würde, da ich beim Laufen immer die größten Schwierigkeiten habe. Nützt ja nichts und los ging es. Nach dem ersten Aufwärmen, das sich schon ziemlich anstrengend anfühlte, ging es mit dem Koppeltraining los und was soll ich sagen, es fühlte sich gut an. Überraschend gut! Ich konnte es kaum glauben und anstrengend war es auch, aber ich war auch wirklich schnell für meine Verhältnisse. Ganze drei Durchgänge später war ich ziemlich fertig, aber auch ziemlich glücklich über meine Leistung.
Zurück im Hotel wurde dann direkt ausgerollt und gegessen, damit das Schwimmtraining gut funktionieren konnte. 4.400m und nach dem Koppeltraining natürlich direkt gestartet mit Beinstaffel und Flossenprogramm. Danke Annika! Die Woche über habe ich die Schwimmpläne von Annika wirklich hassen und lieben gelernt. Und bin jetzt am Ende schon fast traurig, dass es nach dem Trainingslager wieder ruhiger wird. Glücklicherweise hatte ich mit den Flossen beim Programm nur kurz mit Krämpfen zu kämpfen, sodass wir dann direkt mit den Steigerungseinheiten weitermachen konnten. Tendenziell bin ich im Vergleich zu den anderen Sportarten vom Schwimmen eher wenig erschöpft, aber ich sage euch, das war anstrengend! Dennoch alles kein Problem -
Mittwoch war unser Ruhetag. Gestartet wurde der Tag mit einer großartigen Yoga-Session von Alex und der Technikanalyse beim Schwimmen. Danach rief der Mittagsschlaf und am Pool konnte man auch super lesen.

Der Donnerstag stand dann für mich ganz im Zeichen der 5.500m Schwimmen, weshalb ich eine kurze 75km Radrunde bei Vinci und Matthias mitgefahren bin und das auch - ihr werdet es nicht glauben - Pannenfrei! Yay! Am Nachmittag gingen 5.500m Schwimmen schon fast zu einfach und zack war es schon Freitag. Bei den Intervallläufen hing ich mich bei Sebastian und René dran und war stolz, dass ich soweit mithalten konnte. Danach ging es noch auf eine (zum Glück) sehr kurze Recom-Radausfahrt. Und wie soll es auch anders sein - bei dieser letzten Radausfahrt hatte ich natürlich auch noch einen Platten. Aber nicht verzagen, Samuel fragen, der mir schnell den Schlauch wechselte. Außerdem hatte ich noch eine Gaskartusche, die ich noch nicht verwenden konnte. Also fast perfektes Timing und wieder ein To-Do auf der Liste abhakt. Gaskartuschen werde ich jedenfalls weiterverwenden. Nach einer letzten Schwimmeinheit am Nachmittag und den letzten Spaziergängen am Meer wurde es am nächsten Tag dann schon Zeit zu fahren. Wehmütig fuhren wir also alle fitter als zuvor zurück nach Wien und haben eine Menge mitgenommen. Mit den richtigen Leuten können Pannen und vor allem Gaskartuschen sehr erheiternd sein und auch wenn nichts mehr hilft, einfach weiter haxeln, wie Kathi so schön sagt.

An dieser Stelle auch noch einmal ein riesiges DANKE an Matthias & Vincent für die fantastische Orga, Rudi & Robert für die Radausfahrten und den Spirit, Alex für die Radausfahrten und das tolle Yoga, Annika und Moritz für die (sehr) anspruchsvollen Schwimmtrainings und Analysen, Markus und Samuel für die (schnelle) Recom-Radausfahrt und das schnelle Schlauch wechseln bei meiner Panne und allen anderen die dieses Trainingscamp so großartig gemacht haben!! Es war eine tolle Woche mit euch!

In diesem Sinne, das Leben ist ein Trainingslager und immer schön weiterhaxeln bis zum nächsten Training mit der Affenbande!

Cappuccinos: eine der sechs Radgruppen am Sports Monkeys Trainingslager
Deutsch-Wienerisch: Platten = Patschen

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