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VCM 2024 – Die Challenge vor der Challenge

22. April 2024ca. 4 Minuten Lesezeit

Der Autor dieser Zeilen ist tief im 20.Jhdt., konkret 1988 – ja, Elektrizität gab es damals schon, liebe Kids – seinen bis unlängst einzigen Marathon gelaufen. Und für seine Verhältnisse ziemlich gut, Angeber-Stoff für Jahrzehnte.

Seit damals hab ich allerdings nie mehr die richtige Motivation gefunden, mich dafür nochmals vorzubereiten, und im Lauf der Zeit ist in mir die Erkenntnis gereift, dass das in diesem Leben auch nix mehr wird. HMs das höchste der Gefühle.
Bis, ja bis die Sports Monkeys meinen sportlichen Weg kreuzten. Das regelmäßige Training mit Euch schuf in mir das Vertrauen und den Ehrgeiz, es doch noch einmal zu versuchen, und ich meldete mich schon voriges Jahr als Early Bird an, und verkündete es im Affenverein – als Selbstversicherung, damit ich keinen Rückzieher mehr machen konnte. Dass der Lauf genau an meinem 64. Geburtstag stattfinden würde, ist wirklich reiner Zufall, das war mit den Veranstaltern nicht abgesprochen…
Jedenfalls ein ambitioniertes Vorhaben unter dem Aspekt, dass mein eigentlicher Saisonhöhepunkt die (für mich erste) Mitteldistanz Challenge in St. Pölten ist. Der Marathon also – siehe Überschrift.
Coach Vinc, der mich an die Mitteldistanz heranführt, baute mir in der Vorbereitung auch einige Long Distance Runs ein, maximal 30Km, bei denen ich auch mein größtes Handikap bei größeren Entfernungen, die richtige, regelmäßige Ernährung, testen konnte. Mein letzter langer Lauf vor 2 Jahren (mit Moritz Kopeinig, aber er ist unschuldig!) hatte nach 28Km in einem krampfigen Desaster geendet: nix Essen und kaum was Trinken; das wollte und musste ich diesmal besser machen. Zielsetzung für den Wettbewerb?

Durchkommen und wenn geht, in einer 5:30 Pace/Km, das wären dann am Ende 3h 51m. Schau ma mal.

Die letzte Woche vor dem Event: sehr stressig, weil täglich diverse Wetter-Apps checken und die verhießen wenig Erbauliches: sehr kalt, für mich eher zu kalt, ich bevorzuge eher etwas höhere Temperaturen, aber was soll‘s.

Race-Day: Wolkenloser Himmel, 3 Grad in der Früh, real Feel -1. Überraschung im Freien: es ist zum Aushalten. Mit Öffi zum Start, Warm Up (sehr nötig), Garderobensackerl abgeben und ab in den Block 3. Musikprogramm sehr gut diesmal (kein Hej Baby, aber der Donauwalzer – nennt mich sentimental – fährt bei mir immer ein). Dann geht’s endlich los, ich versuchte möglichst schnell trotz Gewurle ringsum in meine Plan-Pace zu kommen, was auch gelang. Die Support-Stimmung am Streckenrand war durchwegs aufbauend; Respekt für alle, die 3 und mehr Stunden die Läufer:innen anfeuern, ist auch eine physische Hochleistung.

Als Verpflegung hatte ich 2 Powerbars und 2 Gels mit, die ich etwa alle 9 Kilometer aufbrauchte. Zum Trinken zwang ich mich an jeder Labestation, auch wenn mich grad subjektiv nicht dürstete.
Was soll ich mehr sagen, alles war gut. In Erinnerung an 1988 erwartete (befürchtete) ich etwa ab Km 32 den Mann mit dem Hammer, der mich damals ziemlich niederprackte. Doch offenbar war er diesmal anderweitig beschäftigt oder hat mich übersehen. Michael Urban rief mir bei Km 39 „Zielsprint!“ zu. Da musste ich doch etwas gequält lächeln. Aber Danke für das Zutrauen, Michi.

Und schließlich Ziellinie und Soll-Ist Vergleich: 3:51 hatte ich geplant, 3:50:56 ist es geworden – no comment.

Dem Körper geht es soweit gut, aber zum Drauflaufen hat’s leider nicht gereicht, und morgen werde ich ausnahmsweise in der Firma den Lift ins Büro im 2. Stock nehmen.
Natürlich war ich an diesem Sonntag nicht der Einzige, der beim VCM Monkey-Power versprühte. Insgesamt gingen 25 Affen/Äffinnen bei Marathon oder Halbmarathon an den Start. Deren detaillierte Ergebnisse könnt Ihr im Bericht von Rudi nachlesen.
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2024/04/vcm-ergebnisse-2024/

PS: wenn ich diese Frequenz an Marathonteilnahmen (alle 36 Jahre) beibehalte, steigt mein nächstes -diesbezügliches Event im Jahr 2060 – rund um meinen 100. Geburtstag.
SAVE THE DATE!

Christian Hofbauer
geschrieben von Christian Hofbauer

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