ST. Pölten Halbdistanz
Meine erste Halbdistanz!
Im Dezember angemeldet für die Halbdistanz, weil einfach so. Angemeldet und eigentlich vorgenommen gut darauf hinzutrainieren. Aber schauen wir uns mal die Vorbereitung an.
Welche Vorbereitung….?
Seit Jänner habe ich durchschnittlich 6,5h pro Woche trainiert und davon viel zu wenig Rad und Laufen. Erst als es wieder wärmer draußen wurde, bin ich mehr draußen gelaufen und Rad gefahren. Es war aber nicht alles schlecht, ich bin einen Halbmarathon in 1h27min gelaufen. Koppeltrainings habe ich zwei oder so gemacht. Also die Vorbereitung recht mickrig für die Distanz. Das Einzige, was dieses Jahr etwas anders war, ich habe keine Junk miles, also unnötige Kilometer gemacht – ich hab halt nur viel zu wenig Kilometer gemacht.
Dann schauen wir uns die Rennstrecke mal an.
1,9km schwimmen
90km Radfahren – eigentlich nur 89,5km aber dafür mit 880hm
Halbmarathon laufen mit 30hm
Das Schwimmen ist ein bisschen spezieller:
Es wird in zwei verschiedenen Seen geschwommen, d.h dazwischen Landgang, der deine Herzfrequenz so richtig schön in die Höhe schießen lässt.
Die Radstrecke führt dich direkt auf die Schnellstraße, ja die Autobahn und man fährt die ersten 25km nördlich auf der S33 bis Traismauer, dann wird abgefahren und Richtung Westen weiter. Jedoch nicht allzu lange, denn recht schnell biegt man nach links ab, um den ersten Berg hinaufzufahren nach Kurstätten ein Anstieg mit 3,5km Länge und 149 Höhenmeter. Danach auf einer sehr waghalsigen bergabfahrt Richtung Mautern. Danach ging für 25km an der Donau entlang auf der B33 die auch für uns komplett gesperrt wurde. Die Bundesstraße hat uns dann nach Aggsbach Dorf gebracht. Dem größeren Anstieg mit 6km Länge und 282hm mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,8% - mit einigen Stellen bis zu 8,5 oder 9% Steigung. Nach den 6km gab es oben eine Labstation bevor wir weitere 2km mit weiteren 50hm. Und danach? Nur noch bergab nach Osten Richtung St. Pölten. Es gab nur noch einen kleinen Anstieg mit 90hm und 2km Länge. Also all in all. Die Radstrecke hat einige anspruchsvolle anstiege und wunderschöne ausblicke in die Wachau.
Am Ende das Laufen. 2 Runden erst einmal südlich der Traisen bis wir beim Regierungsviertel von St. Pölten war. Danach wieder auf der anderen Uferseite nördlich zurück mit einem kurzen Abstecher in die Innenstadt. Bevor es wieder zurück zur NV-Arena ging in die zweite Runde.
Und wie beim Großteil solch „Großtriathlons“ bringt, man am Vortag sein Rad hin.
Das war der 30.5. Also Rad ins Auto am Vormittag und auf den Weg gemacht. Ich habe Jan Schiebl vorher angerufen und gesagt, dass ich bisschen später zum Briefing kommen werde. Er hat mir dann noch rechtzeitig gesagt, dass ich meinen Helm mitnehmen muss zum Einchecken in die Wechselzone. Also wieder retour, zuhause Mittag gegessen und am Nachmittag, diesmal mit Helm, nach St. Pölten gefahren, um das Rad einzuchecken.
Rad war dann eingecheckt und früh schlafen gegangen. Kurz vor 22 Uhr ins Bett, ich konnte leider erst so richtig um 11 Einschlafen. Wecker hat um 4 Uhr 15 geläutet, denn der Start war um 7 Uhr 30. Kalter Porridge mit Schwarztee gefrühstückt. Dann um 5 Uhr 20 im Auto auf dem Weg hin.
Am Weg kam dann die Nervosität. Ein Blick aufs Wetter sagte recht schönes Wetter voraus erst mit Regen am Nachmittag, wo ich schon im Ziel sein wollte. Vorgenommen habe ich mir mindestens schneller als 5h 30min. Wenn die Zeit unter 5h15min war dann war ich sehr zufrieden und bei einer Zeit unter 5h war ich wirklich sehr sehr zufrieden mit mir. Die Einteilung wollte ich so machen. 30min für Schwimmen und die Wechselzonen dann 3h Radfahren und nochmal 1h30min laufen. Das wäre der optimale Fall gewesen. Das heißt 30kmh Schnitt trotzt den 880hm und 4min17s pro km am Halbmarathon am Ende. Das Laufen war etwas unrealistisch, deswegen war das ein, sag ich jetzt einmal, Wunschdenken.
Angekommen und Rad fertig gemacht. Nochmal zum Auto zurück zum Umziehen für Triathlon- und Neoprenanzug. Umgezogen, dann kam ein Rumoren im Magen, also nochmal ein schneller und jetzt im Nachhinein sehr wichtiger Klogang. Danach ging es zum Vorstart bei dem ich schon sehr spät hinkam, weil meine Startgruppe schon aufgerufen wurde. Ich schlängelte mich durch die 270 blauen Badehauben als der Moderator ausrief, dass der Start in 90s startet, also ganz schnell beeilen jetzt. Als ich vorne ankam, wurden wir auch schon auf den Steg vorgebracht. Am Ende vom Steg war noch eine Matte bei der unser Chip registriert wurde und unsere Zeit gestartet wurde.
Und so ging es los. Ein Start von einem gut 1-2m hohen Steg übern Wasser. Ich wusste, dass ich zu den besseren Schwimmern gehöre, der Nachteil … das bringt sich bei der Halbdistanz nicht wirklich etwas also war klar, Energie sparen und lieber etwas ökonomischer unterwegs sein. Spring hinein, etwas getaucht und dann auf geht’s. Gefühlt hatte ich eine Badewanne im Neopren mitgenommen. Ich habe am Anfang etwas Druck gemacht, damit ich weiß wer mitkommt und wer nicht. Es haben sich ein paar Triathleten in meinen Sog geworfen. In einer Art lang gezogenem Dreieck sind wir dann auf die erste Boje zu geschwommen. Ich hielt die Nase vorne und das Tempo oben machte eine schnelle Rechtskurve und schon ging es zur Boje Nr. 2. Auch bei dieser hat noch niemand versucht mich zu überholen. Damit hab ich kein Problem gehabt. Auf zu Boje Nr 3. Hier waren dann die Triathleten schon recht nah und berührten mich regelmäßiger an den Beinen und jedem dem das schon passiert, weiß wie anstrengend und ärgerlich es ist, wenn dir einer hinten im Sog sitzt und nicht selber vorne schwimmen möchte. Hundert Meter vor der dritten Boje hat es mir dann gereicht und ich hab mal ein bisschen angegast um zu sehen wer mitkommt. Einer hat versucht mitzuhalten und auf der Innenseite bei der Boje zu überholen. Aber leider nein. Nicht bei mir. Ich hab die Nase vorne behalten und Kurs aufgenommen zum Landgang. Ich bin sogar recht gut aus dem Wasser gekommen. Da hab ich auch erst gemerkt, wieviel Wasser ich in meinem Neo mitgenommen habe. Badehaube war auch schon ein bisschen nach oben gerutscht. Aber egal jetzt musst erst einmal ein paar hundert Meter Landgang zum Ratzersdorfer See. Am Weg über eine Holzbrücke und recht engen Kurven habe ich mein Bestes gegeben nicht hinzufallen, das ist mir geglückt. Irgendwer hat sogar gerufen: „Hopp Pascal“. Das war Leander ein Schwimmkollege von mir, ich hatte aber meinen Blick und Konzentration so sehr auf den Boden gerichtet, dass ich nicht schauen konnte, wer es war. Es ging über ein Ponton in den Ratzersdorfer See und in perfekter Manier gehe ich natürlich nicht langsam ins Wasser. Neee. Das wäre ja viel zu langweilig. Ich habe Anlauf genommen und mit einem Hechtsprung hab ich, beziehungsweise besser gesagt, wollte ich in den See springen. Leider war dass komplette Ponton schon nass gewesen, also recht rutschig. Was glaubt ihr ist passiert? Genau, weggerutscht. Ich bin komplett quer in der Luft gesegelt und recht flach im See gelandet. Unterwasser habe ich Grinsen müssen, weil ich so schlampig ins Wasser gekommen bin. Ich hab gehofft natürlich, dass ich keine negativen Konsequenzen davon gezogen hätte. Unter Wasser spürte ich, dass meine linke Wade etwas zu macht. Und ich habe gehofft, dass daraus kein Krampf entsteht. Jedoch merkte ich, dass die Badehaube immer weiter nach oben rutschte. Aber egal. Habe gehofft, dass ich meinen Gegner etwas abhängen konnte. Leider war dem nicht so. Einer war dicht hinter mir und ich merkte, dass der eine immer noch in einem Sog war. Auf der langen Geraden zu Boje bin ich komplett stehengeblieben. Und hab ihn neben mich kommen lassen. Währenddessen habe ich das Tempo wieder hochgedreht und versucht, ein bisschen nach rechts in die Mitte vom See abzudrängen. Dann merke ich erst. Wie anstrengend es bisher schon gewesen ist. Er hatte das Tempo erhöhen können, währenddessen ich immer noch in meinem eigenen Tempo hängen geblieben bin. In den letzten Metern vor der Boje hat er mich dann überholt und vor der letzten Kurve wieder Richtung retour. Vorm Schwimmausstieg wurde ich dann auch vom Zweiten überholt. Ich entschied mich auch ganz kurz, meine Badehaube nochmal zu richten, weil ich merkte, dass meine Badehaube nur noch mit Mühe und Not auf meinem Kopf geblieben ist. Wir sind ausgestiegen und in die Wechselzone gelaufen.
Meine Zeit war 26min und 3sekunden.
In der Wechselzone hab ich versucht meinen Puls hinunterzubekommen. Und mich zu beruhigen. Habe aber meinen Grant über die 2 sag ich jetzt mal „Sog-Schwimmer“ rausgelassen. Der eine hat sich dafür entschuldigt. Der andere gekonnt ignoriert. In der Wechselzone dann Füße abgetrocknet, Socken angezogen, Schuhe angezogen, Helm aufgesetzt, Startnummer-Band genommen und los ging’s zum Rad. Das Rad geschnappt. Und aus der Wechselzone gelaufen. Über die Mount Line. Ich hab langsam Druck gemacht. Und mein Rad beschleunigt. Der Weg bis zur Schnellstraße verlief durch das kleine Städtchen Ober Ratzersdorf. In der Ortschaft gab es eine kleine Bodenschwelle. Wo mittlerweile schon mit vollem Tempo drüber gefahren wurde. Leider hat es mein Rad schon so durchgeschüttelt, das eine von den Trinkflaschen, die hinten an meinem Sattel befestigt war, sich selbstständig gemacht hat und aus dem Rad gesprungen ist. Als ich das mitbekommen habe, gab´s eine Notbremse, hab geschaut, wo die Trinkflasche hin gerollt ist. Richtig lustig. Die Trinkflasche hatte schon so ein Tempo und Drall mitbekommen, dass sie dann in einem langen Bogen direkt dorthin gerollt ist, wo ich schon gestanden und gewartet habe. Also hab ich die Flasche einfach aufgehoben, wieder hineingedrückt und bin weitergefahren. Der erste Kreisverkehr war recht rutschig, deswegen erhöhte Vorsicht und ein bisschen reduzierter Geschwindigkeit. Dann ging's los. Die Auffahrt auf die Schnellstraße! Oben angekommen, hab ich dann versucht, mich in die Aeroposition zu begeben und zu schauen, wie es mir geht. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass von mir dieses Jahr noch keine einzige 90 Kilometer Radrunde absolviert wurde. Ich hab auf circa 40 km/h beschleunigt, den leichten Rückenwind genossen. Unterdessen wurde ich dann langsam von immer mehr Radfahrern überholt. Obwohl ich schon mit 40 kmh unterwegs gewesen bin, sind einige an mir Vorbeigefahren, die da anscheinend schon über 50 km/h draufhatten. So verliefen die ersten 25 Kilometer. Einer hat dann überholt und blieb aber recht nahe vor mir. Da habe ich gedacht, okay, ich muss zu mindestens einen jetzt mal überholen, weil ich gerade die ganze Zeit überholt wurde. Deswegen habe ich ein bisschen Gas gegeben, aber nach gut 5 Kilometer hat er mich dann wieder überholt, und ist auch weggefahren. Wir sind dann bei Traismauer Nord abgefahren, machten uns Richtung Donau und dem ersten Anstieg auf den Weg. Ich bin eine Woche vorher schon diesen Teil der Strecke gefahren, aber mit deutlich weniger km/h als jetzt. Bis dahin haben mich schon einige Triathleten mit teuren Räder gesehen, einige Leute auf Rädern, die haben ausgesehen, als hätte sie eine Rahmengröße zu klein gekauft, mit einem extrem hohen Cockpit. Einfach so drauf gebaut. Das Beste war immer noch einer… Der war bei der Auffahrt neben mir auf den Bremsen, aufrecht sitzend und hat sich dann wieder auf seinen Triathlon-Lenkeraufsatz begeben und es gab einfach keinen Unterschied bei ihm zwischen den Auflieger liegen und der oberen Lenkerhaltung. Seine Körperhaltung war identisch! Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von guten 35kmh ging es auch schon auf den ersten Anstieg zu. Ich wusste, wie es sich anfühlen wird und ich wusste auch, welche Geschwindigkeit gewählt werden soll. Das Einzige, was ich nicht wusste, wie die Labestation oben am Gipfel wird. Als ich es dann gesehen habe, war ich richtig überrascht. Sie war ein paar 100 Meter lang. Mit mehreren Stationen. In der ersten Station waren nur Wasserflaschen, dann Colaflaschen, Gels, Riegel. Energy Drinks. Und am Ende eine große Kartonbox, in der man die Flaschen wieder hineinwerfen konnte. Ich habe mir einen Riegel, keine Ahnung warum einen Riegel und eine Wasserflasche genommen und ein paar Schluck Wasser getrunken. Wieso eigentlich? Mein Ziel war es, dass ich insgesamt über 200 Gramm Kohlenhydrate also umgangssprachlich Zucker zu mir nehmen. Das Ziel war es auch, dass eben vor den 2 großen Anstiegen einen großen Schluck nochmal mache, damit die Kohlenhydrate richtig schön ins Blut gehen, wenn die Steigung kommt. Und das hat wunderbar funktioniert. Noch einige Züge vor der ersten Steigung und genau da hat es dann reingehaut. Noch zu sagen, dass der erste Anstieg wirklich schön war. Du hast auf der rechten Seite einen wunderschönen Blick auf die Donau und du fährst so richtig kleinen süßen Weinreben entlang hoch. Die erste Abfahrt von dort ist echt gefährlich. Denn du hast einige 90 Grad Kurven drinnen. Wo du schon mit guten 60 km/h. Hinkommst. Und deswegen bin ich da wirklich vorsichtig gefahren, weil nicht gewollt war, dass das Rennen schon nach Kilometer 27 aus ist. Durchschnittsgeschwindigkeit ist auf 29kmh gefallen, nicht gut. Es ging dann recht flach weiter Richtung Mautern und mit einigen bekannten Gesichtern, die mich auf der Strecke angefeuert haben. Wir fuhren dann auf die B 33. Kurz vor der B33 war mein Front Trinkflasche leer also habe ich die von meinem Sattel während dem Fahren vorne hineingeleert, damit ich wieder ein 90g Kohlenhydratgetränk vorne hab. Auf der B 33 sind wir dann weitergefahren bis nach Rossatz. Da hab ich mir mal gedacht ich schau mal nach wie viele km ich noch so fahre auf der Strecke. Also habe ich am Radcomputer herausgezoomt. Nochmal, und nochmal! Es waren 20km auf der Strecke vor dem längeren und stärkeren Anstieg. Na hui hab ich mir gedacht. Und da ein bisschen Hunger aufkam, habe ich einige Bissen vom Riegel genommen. Kurz vor Bachernsdorf kam auf der anderen Donauseite die Stadt Spitz mit der Burgruine Hinterhaus zum Vorschein und man konnte so richtig schön einen Blick in die grüne Wachau werfen. In Mitte Ransdorf kam dann so ein Pulk an Fahrrädern, die mich überholt hatten. Und das Einzige, was bei dieser Menge gefährlich war, war die Drafting Regel, die nicht wirklich viele davon ernst genommen haben. Und wie´s so ist, ist auch ein TO, also Technical Official, auf dem Motorrad gerade da entlanggekommen. Als es so leicht bergauf ging in die Stadt hinein und es ein bisschen langsamer wurde, habe ich mir gedacht, ich ruf mal rüber, ob er mit mir Platz tauschen möchte. Er hat dankend abgelehnt! Denn die Meute an Fahrrädern vor mir war interessanter. Dadurch, dass alle so nah beieinander gefahren sind war es nur eine Frage der Zeit, bis der TO eine blaue Karte, also eine Zeitstrafe, austeilte. Dann ging es recht entspannt weiter über Oberarnsdorf Richtung Aggstein. Der Anstieg laut Bordcomputer war auch der 5. von insgesamt 7 Anstiegen. Ich war echt verwundert, wie dann die restliche Strecke aussehen wird, wenn es nur noch 2 bergauf-Stücke gibt? Bei Aggstein hab ich einen Triathleten neben dem Rad stehen sehen, ich vermute mal mit einem mechanischen Problem. Weiter ging´s, einen Kilometer noch bis zum Berg, sagte mir mein Radcomputer. Also noch ein paar kräftige Schluck von meinem Cola-Kohlenhydratgemisch mit 100mg Koffein und dann rollten wir schon hinein in Aggsbach Dorf, der Anstieg begann langsam und wurde immer steiler. Ich konnte mit meinen Mitstreitern recht gut mithalten, auch bei den Passagen mit 9% Steigung. Der Weg nach oben war schön, heiß und hat in den Beinen gebrannt. Das Böse bei dem Anstieg nach Gansbach war, dass er 7km ging, es kurz abflachte, wo es eine Labe-station gab und es dann aber eine weitere 2km Steigung mit etwa 4% gab. Der Puls schieß nach oben auf 150 bis 160bpm. Kurz vor der Labe holte mich noch einer ein und rief mit vollem Schmerzen: „Wie lang ist der Anstieg noch, herst“. Ich habe leicht lachen müssen und „2km noch“ nach vorne gerufen. Bei der Labstation hab ich ein paar Schluck vom Cola, welches sie dort ausgeschenkt haben, gemacht und bin dann auch schon weitergefahren und holte den einen wieder ein und sagte zu ihm: „Wie lustig wäre es, wenn sie uns Cola Zero geben würden bei den ganzen Labe-Stationen“. Wir beide haben kurz gegrinst, bevor ich vor weiterzog. Oben endlich am Ende vom Anstieg war das Penalty Zelt. Ein paar hundert Meter ging es flach bevor dann die Abfahrt Richtung Weyersdorf ging. Neben einer der Schilder stand ein Teamkollege. Ich hab ihn im Fahren zugerufen, was los sei. Er hat nur gemeint die Kette hat was und ich wollt schon stehen bleiben, da hat er mir nachgerufen: „passt schon fahr weiter“. Also gesagt getan, weiter ging´s. Bergab- …und schnell bergab. Zu dem Zeitpunkt war meine Durchschnittsgeschwindigkeit weiter unter 30kmh gefallen, also nicht gut für meinen losen Plan unter 5h zu bleiben. Also konnte ich jetzt einiges an km/h wieder gut machen. Die bergab Teile wurden dann zwischen 40 und bis zu 65kmh gefahren. Das ging auch nur weil ich die komplette Straße vor mir sehen konnte. Dann kam der letzte Anstieg. Knappe 2km lang mit fast 100hm. All diese kleinen Dörfer, durch die wir gefahren sind waren richtig winzig und überall standen einige von der Freiwilligen Feuerwehr mit großen Boxen und haben meistens Ballermann Lieder gespielt oder BewohnerInnen aus der Stadt haben uns angefeuert. Es war einfach richtig schön. Am Ende von dem Hügel sind wir noch eine rechts Kurve hinaufgefahren und da wurden wir angefeuert und auf einmal ruft einer von den Zuschauern gute 20…30 Meter vor mir: „Hopp Pascal.“ Ich habe mir im ersten Moment nichts gedacht, bis ich mich dann gefragt habe woher der meinen Namen kenn. Wir haben zwar unseren Namen auf der Startnummer, aber die ist am Rücken und auf meinem Triathlonanzug steht nur der Nachname, also hab ich nochmal genauer hingeschaut, es war wieder Leander, den ich jetzt erst so richtig erkannte. Weiter ging´s mit der letzten steilen Abfahrt, wo ich auch meinen Top Speed mit 66,5kmh erreicht habe. Keine Sorge ich war auf den Bremsen und nicht am Triathlon-Auflieger.
Auf den letzten Kilometern entschied ich mich ein paar weitere Bissen vom Riegel zu machen. Bei 35kmh also meine Radbox, sag ich jetzt einmal, hab den Riegel rausgeholt und in meiner Unaufmerksamkeit habe ich kurz beide Hände vom Lenker genommen und mein Rad hatte in der Linkskurve einen prompter Sprung Richtung Feld zu meiner Rechten gemacht. Ich konnte noch das Rad schnell halten und bin wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen. Ich rollte die letzten Kilometer nach St. Pölten ruhig herein und machte mich mental dafür ready einen Halbmarathon zu laufen. Ich habe dann meine Radschuhe ausgezogen und stellte mich auf die Pedale und rollte zur Dismount Line. Abgestiegen, Rad aufgehängt und in Socken mit dem Helm auf zur zweiten Wechselzone gelaufen. Zeit war 2h49min 16s. Das war ein Schnitt von 31,8kmh bei 880hm. Bei Durchschnittlich 180 Watt. Also definitiv ausbaufähig…
Helm ab, Laufschuhe an und zu einem Unterstützer meinen Wechselzonenbeutel gegeben und gefragt, wo es da jetzt rausgeht als ein anderer Triathlet mich so halb umrennt und rechts abbiegt in einen überraschend schmalen Gang. Also ihm nach. Der Gang führte, leider zu Stiegen die wir hinaufmussten. Es waren nur ca. 10 Stiegen aber meine Beine hatten 90km Radfahren schon intus und so langsam wurde ich wieder bissl allergisch auf Höhenmeter. Innerlich habe ich die Stiegen verflucht. Aber egal, rauf da und auf geht’s. Ich habe beim Laufen recht schnell bemerkt, dass mein Magen mir langsam Probleme bereitet. Egal losgelaufen und einfach versucht mit einem vor mir mitzulaufen. Zu dem Zeitpunkt war es 10 Uhr 52. Ich hatte also 1h und 38min Zeit einen Halbmarathon zu laufen, wenn ich unter 5h sein möchte. Na das klingt nicht ganz so unmöglich.
Innerhalb vom ersten Kilometer war die erste Labe Station, wo sie eine Dusche aufgebaut haben, die eigentlich nur ein Gartenschlauch auf 2m Höhe war. Bei der Station haben sie Wasser, Iso, Gels, Red Bull und … Schwämme mit Wasser gehabt. Bei der ersten Station bin ich noch an den Schwämmen vorbeigelaufen, aber bei der zweiten Labe habe ich die mir einige in den Anzug gegeben und gelagert bis all das Wasser rausgeronnen ist. Aber zurück zu den ersten Kilometern. Irgendwie hatte ich gedacht, dass die Laufstrecke asphaltiert ist, aber das war sie nicht, wir sind auf Feldwegen erstmal an der Traisen Richtung Süden gelaufen. Es waren ein paar Höhenmeter unter Brücken durch und das merkten meine Beine sehr. Ein paar Mal mussten wir auf Schotter Passagen hochlaufen, welche meine Oberschenkel gekillt haben. Am Weg durch das Regierungsviertel von St. Pölten haben zum ersten Mal meine hinteren Oberschenkel leicht zu krampfen begonnen. Ich habe laut vor mich hingesagt: „Nein das bilde ich mir nur ein“ und bin einfach weitergelaufen. Dann kam der wahrscheinlich gefährlichste Teil der Strecke Stiegen und eine Schräge runter. Dann ging es wieder Richtung Norden. Kilometer 5 – es war 11 Uhr 14. Und ich musste bis 12:30 im Ziel sein. Das heißt noch 15km und 1h16min Zeit. Es ging dann östlich in die Innenstadt von St. Pölten. Am Weg dorthin hat einer eine große Box aufgestellt und harten Dub-Step aufgedreht, leider gefühlt ohne Rhythmus, was sich sehr komisch angefühlt hat. Am Domplatz vorbei durch die verwinkelten Gassen an einem Cafe vorbei an denen die Leute schon die Sessel Richtung Laufstrecke gestellt haben, um die Sportler anzufeuern. Man hört so die Leute anfeuern und auf einmal hat man eine Damenstimme gehört mit den Worten: „Hop Hop, aah Pascal komm Hop“ Das war eine Uni Kollegin von mir die im Vorbeilaufen gecheckt hat, dass ich gerade vorbeigelaufe. Bei der Labe Station Richtung Traisen hab ich mir ein Elektrolyt Getränk genommen und wieder meinen Rennanzug mit angenehm nassen Schwämmen vollgestopft. Von Kilometer 7 bis 9,5 ist man eigentlich so gut wie die ganze Zeit ohne Schatten gelaufen und da hat man dann schon so richtig gemerkt, wieviel Substanz es kostet in der Sonne zu laufen. Und auch so langsam musste ich aufs Klo. Die Frage war nur, jetzt irgendwo in ein Dixi Klo oder ins Gebüsch oder nach der Rennen erst. Blick auf die Uhr es war 11 Uhr 35 bei Kilometer 9,5. Noch 55min Zeit für 11km. Dann ging es über die Holzbrücke die wir schon beim Schwimmen zwischen den Seen überquert haben, wieder Richtung Stadion. Bei einer leichten Steigung hab ich dann meine Eltern und Louisa gesehen die doch noch zum Wettkampf gefahren sind, um mich anzufeuern. Warum auch immer hat mich das richtig emotional getroffen. Dann ab in Runde 2. Wieder an der Labe Station mit der Dusche vorbei. Es ging wieder südlich doch in dieser Runde hat sich alles viel schlimmer angefühlt als in der ersten. Diesmal kamen die Krämpfe früher und auch hier habe ich wieder zu mir gesagt. Das ist nur Einbildung. Ich bin einem mit einem gelben Trianzug nachgelaufen in der Hoffnung, dass ich seine Pace halten kann. Als ich einmal etwas näher aufgeschlossen habe, hab ich rüber gerufen, ob das schon seine zweite Runde sei. Er: „Ne das ist meine Erste“. Meine Gedanken waren innerlich nur so: „Verdammt er hat viel frischere Beine als ich“. Leider musste ich ihn nach ein paar Kilometern ziehen lassen. Blick auf die Uhr. Kilometer 16. Ich bin schon 1h 13min gelaufen. Ich hatte 5km noch vor mir und noch 25min Zeit das zu Laufen. Bei der nächsten Labe habe ich mir ein Stück Wassermelone mitgenommen, weil ich einen anderen Geschmack außer Süßem Zeugs im Mund brauchte. Überraschenderweise hat die Wassermelone ein bisschen geholfen. Nach 4h30min unterwegs und insgesamt 200 irgendwas Gramm Kohlenhydrate konnte ich kein Cola, kein Gel, keine süße Flüssigkeit mehr sehen, sonst hätt ich mich übergeben müssen. Bei den folgenden 3 Kilometer ist meine Kraft durch die direkte Sonne ohne Schatten einfach nur so weggebrutzelt. Und bei der letzten Labe habe ich eine Lösung gesehen. Bisher hatte ich mir bei jeder Erfrischungszone ein bis zwei wassergetränkte Schwämme in den Wettkampfanzug gesteckt und wenn die wieder leer waren, weggeschmissen in einen Mistkübel. Aber bei dieser Labe-Station haben sie gerade den Trog Wasser nachgefüllt, ich hab nach vorne gerufen: „Einmal bitte abduschen“. Die haben mich dann voll enthusiastisch mit dem Schlauch von oben bis unten abgespritzt. Mein Puls, sank während dem ganzen Prozedere von 170 auf 145 Schläge, was sich echt gut angefühlt hat. Kilometer 19. 2km und irgendwas noch zu laufen und 8 Minuten irgendwas an Zeit dafür. Das wird sehr eng. Also los. Die letzten 2 Kilometer fühlten sich ewig an. Über die Holzbrücke. 1km noch. 4min und ein paar Sekunden noch. Ich hab Tempo gemacht. Angefeuert von den Zuschauern um den letzten Wendepunkt auf den roten Zielteppich. Leicht beschleunigt und sofort einen kleinen Krampf in den Oberschenkel gespürt. Egal. Einfach durchlaufen das Ziel ist so knapp jetzt bleibe ich nicht mehr stehen. Durchs Ziel und fertig. Mein Körper wollte jubeln konnte aber nicht mehr. Ich war absolut fertig. Aber welche Zeit hatte ich jetzt. Ich bin im Ziel aber keine Ahnung. Ich hab mich hinsetzten müssen, weil ich jetzt erste gemerkt habe, wieviel Energie das ganze gekostet hat. Noch ein paar weitere Minuten hat es gedauert, bis ich die Zeit wusste.
Es waren 5 Stunden und 11 Sekunden.
Der erste Weg war humpelnd aus dem Finisher-Bereich. Meine Beine waren komplett zerstört. Ich bin langsam weitergegangen Richtung Ratzersdorfer See Beine auskühlen. So langsam verzog sich die Sonne und Wolken legten sich über den Himmel. Kurz vorm See ist mir Jan Schiebl entgegengekommen...
... und hat mich hinken gesehen. Seine erste Frage: „Was ist bei dir? Hast du eh gefinished?“ Ich hab lachen müssen, denn die Frage war absolut gerechtfertigt. Kurz geplaudert und dann bin ich bis zur Hüfte in den See gegangen. Es war echt echt angenehm so wie kneipen fast. Dann retour zum Auto und habe erstmal Chips gegessen. Ich muss echt sagen, Chips, also was salzig und fettes nach 5h nur süßes Zeugs, das hat echt gut geschmeckt.
Ja wie sah es dann nach dem Rennen aus? Nach einem Regenbruch ging es mit Schirm bewaffnet, um das Finisherleiberl zu holen und aus dem Post-Race Verpflegungszelt gab es Marillenpalatschinken. Am Heimweg dann noch bei einem McDonalds vorbeigefahren, weil das ist, mittlerweile schon fast Tradition.
Also bin ich zufrieden mit meiner ersten Halbdistanz? Ja definitiv.
Ärgern mich diese paar Sekunden, um unter 5h zu sein, ja auch.
Weiß ich, was ich besser machen kann? Ja das Radfahren.
Ob ich das wieder machen möchte und unter 5h sein möchte? Definitv!
Ergebnisse
https://balancer.pentek-timing.at/results.html?pnr=14740