IronMan - TALLINN 2026
Meine 14. Langdistanz hatte eigentlich alles im Programm, was man sich so wünschen kann – Nebel, zwei Patschen, Regen, Wind, eine störrische Schaltung und eine kleine mentale Krise. Also kurz gesagt: ein ganz normaler IRONMAN!
https://www.ironman.com/races/im-tallinn
Der Schwimmstart wurde wegen Nebel um 45 Minuten verschoben. Danach war die Sicht immerhin so gut, dass ich mich mit rund 1:18 Stunden recht passabel aus dem Wasser verabschieden konnte.
Auf dem Rad wurde es dann abwechslungsreich: Kaum unterwegs, schon der erste Patschen hinten. Keine fünf Kilometer später folgte vorne gleich die Zugabe. Der technische Support war zum Glück schnell zur Stelle – meine Luftpumpe hatte inzwischen ohnehin beschlossen, in den Ruhestand zu gehen. Als wäre das noch nicht genug gewesen, begann auch die Schaltung zu spinnen. Die Gänge wechselten offenbar nach eigener Tagesform und nicht unbedingt nach meinen Vorstellungen. Das machte die ohnehin schon anspruchsvolle Strecke noch etwas abwechslungsreicher.
Nach insgesamt rund 21 Minuten Standzeit im kalten Wind war ich zwar bestens über die estnische Landschaft informiert, aber dafür komplett ausgekühlt. Die Motivation war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls irgendwo zwischen Tallinn und Helsinki unterwegs. Also wurde aus dem geplanten Radrennen kurzerhand eine etwas längere Sightseeing-Tour. Regen und kräftiger Wind in den letzten zwei Stunden sorgten dafür, dass auch das Wetter seinen Beitrag zu einem abwechslungsreichen Renntag leistete.
Beim Laufen funktionierte es dann überraschend gut. Nach drei Monaten Laufpause und überschaubaren Laufkilometern in der Vorbereitung war klar, dass es diesmal nicht um eine persönliche Bestzeit gehen würde.
Dafür war das Ziel ein anderes:
Finish Nummer 12.
Denn genau dieses zwölfte Finish war mein persönlicher Schlüssel Richtung Hawaii und das IRONMAN Legacy Program. Und so wurde Kilometer für Kilometer weitergemacht.
https://www.ironman.com/resources/rules-policies/ironman-legacy
Zwischendurch war ich gedanklich übrigens schon ausgestiegen. Der Körper wollte nicht mehr so recht, der Kopf hatte ebenfalls schon Feierabend. Aber irgendwie ging es doch weiter.
Und dann war sie da: die Ziellinie: 11:58:59 Stunden.
Nicht mein schnellster IRONMAN. Ganz sicher nicht mein einfachster. Aber vielleicht einer meiner wertvollsten Finishes.
14 Langdistanzen insgesamt, 12 IRONMAN-Finishes und der letzte Schritt Richtung Hawaii!
Manchmal muss man nicht schnell sein. Man muss einfach weiterlaufen, bis die Uhr stehen bleibt!