Belgrad-IM 70.3
Anfang des Jahres stellte sich die Frage nach einer Halbdistanz…
…in Autoentfernung die ich mit der Erkundung eines Ortes den ich noch nicht kannte, verbinden kann. Im Ausschlussverfahren stand schnell Belgrad vorne auf einer sehr kurzen Liste. Als mir dann zu Ohren kam, dass sich Gonzo und Sebastian Sprigade angemeldet hatten, folgte meine Anmeldung umgehend.
Da ich mich einige Wochen vorher bereits für die Vereinscup Halbdistanz in Podersdorf angemeldet hatte, ergab sich die besondere Herausforderung 2 HDs in 8 Tagen zu bewältigen. Aber da wir viele Athleten in unserem Verein haben, die dies sogar an einem Tag absolvieren, dachte ich mir dass es möglich sein sollte.
Der IM 70.3. Belgrad wirkt ein wenig rustikaler, familiärer (und auch schlechter organisiert) als andere größere und perfektere IM Veranstaltungen. In der Wechselzone stehen viele einfachere Räder (inklusive eines Klapprades).
Das Rennen startete mit Verzögerung, da es auf der zu sperrenden Radstrecke einen Unfall gab und die Rennleitung die Strecke ändern musste. Hochachtung, dass dies in 30 Minuten erfolgt ist!
Dafür wurde der Start selbst umso eindrucksvoller: Bengalen sorgten für eine Stimmung, die ich bei einem Triathlon so noch nicht erlebt hatte. Rauch, Feuer und jede Menge Emotionen.
Wechselzone, Schwimm- und Laufstrecke waren im Erholungsgebiet „Ada“ … so etwas ähnliches wie die Alte Donau in Wien… Schwimmen auf einer Regattastrecke machte die Orientierung einfach. Die Radstrecke ging über das Wahrzeichen der Stadt Ada Brücke nach einigen Kilometern auf eine gesperrte Autobahn. Landschaftlich eintönig, aber sehr schnell.
Leider war es auf der Autobahn ziemlich voll. Es bildeten sich größere Gruppen und ein Windschattenfahren war nicht zu vermeiden.
Abschließend durften wir noch unsere 21 km im Ada Park abspulen.
Und auch im Ziel blieb Belgrad seinem etwas rustikalen Charme treu: Dort gab es gehacktes Spanferkel, das man einfach mit der Hand nahm und aß. Nach 70.3 Meilen vielleicht nicht die klassische Zielverpflegung – aber definitiv etwas, das in Erinnerung bleibt.
Markus:
Schwimmen lief bei mir wie bei all meinen Halbdistanzen: langsam aber verlässlich. Radfahren lief lockerer als nach der Vorbelastung Podersdorf erwartet. Am Ende freute ich mich über einen Durchschnittspace von 34,3 km/h - nur knapp unter meiner Best Pace bei Wettkämpfen. Laufen war – wie in diesem Jahr immer zäh... aber immerhin 2 Minuten schneller als 8 Tage vorher in Podersdorf. In Summe 5:33:53 und Platz 575 von 1150 (ich fühle mich im Mittelfeld am wohlsten). Ein würdiger Saisonabschluss.
Gonzo:
Schwimmen lief überraschend gut - obwohl es in der zweiten Hälfte direkt gegen die Sonne ging und ich phasenweise mehr oder weniger blind unterwegs war.
Auf der Radstrecke lief es dann richtig gut. Auch dank des auf der vollen Autobahn teilweise unvermeidlichen Windschattens war ich nach 2:38 Stunden wieder in der Wechselzone. Der Halbmarathon war anschließend unspektakulär, aber sehr solide. Ziemlich genau 2 Stunden für die 21 Kilometer – damit stand am Ende eine Gesamtzeit von 5:28 Stunden auf der Uhr: PB!
Blieb eigentlich nur noch eine Frage: Wo war Sebastian?
„Leider“ wieder einmal schneller (Gratuliere). Nachdem wir ja noch eine Rechnung vom letzten Jahr aus Knokke-Heist offen hatten, muss diese wohl weiterhin offenbleiben …Und was macht man am Tag nach einer neuen persönlichen Bestzeit und dem Saisonabschluss?
Richtig: für Leipzig 2027 anmelden.
Sebastian:
„Haide Haide Idemu u Srbiju“ (Los, Los, auf geht’s nach Serbien). So und nicht anders auch für mich das Motto auf dem Weg zu einem Exoten unter den 70.3 Wettkämpfen. Dieses Jahr garnicht so fleißig im Training unterwegs ganz nach dem Minimal Prinzip an die Startline gegangen. Motiviert und sicher auch mit dem Wissen, Gas geben zu können, aber auch ohne Erwartungen an Bestzeiten. Jetzt kommt der Teil den man in einem Video eher auf Stufe 16 vorspulen würde und das machen wir jetzt in der Tat, denn auf einmal siehe da im Ziel. Aber nicht irgendwie sondern einfach mal so mit einer Personal Best. Ist weniger wirklich manchmal mehr? Gleich mehrere Leute stellten sich danach bei mir an und wollten ähnlich effiziente work life balance orientierte Trainignspläne ;) Aber ne Garantie dass es bei jedem klappt, gibt’s ja nicht. Auf jeden Fall ein insgesamt total super organisiertes Event, das Wiederholungswert hat. Ich möchte mich hier auch nochmal bei Martina bedanken, die den Markus, den Gonzo und mich auch so hervorragend vor Ort betreut hat, dass wir überhaupt erst in der Lage waren so abzuliefern. Ja und richtig auch ich wurde dann mal gleich wieder von meinem lieben Monkey Kollegen Gonzo überzeugt, dass man doch nächstes Jahr unbedingt in Leipzig antreten müsse. Also auf zum nächsten Abenteuer!
Bis bald!
Ergebnisse
https://www.ironman.com/races/im703-belgrade/results