Gonzo's Bericht aus Zell am See

13. September 2021, 7:00 Uhr
geschrieben von Christian Sokop

Halbdistanz – die (meine) Zweite… - Zell/See 29.08.2021

Wer kennt das nicht? Endlich ist er gekommen, DER große Tag, DER Wettkampf, auf den man sich monatelang vorbereitet hat - und dann? Sieben Grad Außentemperatur, strömender Regen, Personen die mit traurigem Blick ihre tausende Euro teuren Bikes aus der Wechselzone schieben… Zuschauer eingehüllt in Winterjacken und mit Riesenregenschirmen in der Hand.

Aber alles der Reihe nach: Kurzurlaub in Zell/See mit Familie und 70.3 Ironman Halbdistanz (meine zweite nach St. Pölten) stand auf dem Plan. Kalt und regnerisch war es (fast) die ganze Zeit. Also die Familie hätte sich mehr erwartet, ABER wenigstens ließ sich unser Sohn den kühlen Zeller See nicht entgehen und war der einzige ohne Neo beim Einschwimmen am Freitag dabei… Kinder haben eben kein kälteempfinden wenn es um „Mama ärgern“ geht.

Nach einem Ruhetag am Samstag… Alles zittert, alles friert, warmer Tee und Decken werden verteilt, dann endlich - nach den Profis und schnellen Schwimmern, darf auch ich ins Wasser. Gefühlt wird es gleich um einiges wärmer, aber nur nicht zu schnell, der Tag soll noch lang werden. Die Blicke aus dem Wasser beim Schwimmen - es wird immer heller, die Gedanken nach dem Schwimmen, „rechts abzubiegen“ und zurück zum Hotel zu fahren werden immer weniger.

Und schon wieder raus aus dem Wasser - erster Wechsel: 11:24. Ich sollte öfters (oder zumindest einmal) beim Monkeys Wechseltraining mitmachen. Wobei so langsam war das dann wieder auch nicht für alles was zu tun war: knapp 1km laufen, pipi (jaja, die Kälte), Neo aus, Winterradgewand an (Beinlinge, Armlinge, langes Unterleiberl, langes Radtrikot, Regenjacke, Handschuhe, Schal, Haube).

Dann ging es auch schon ab auf die Radstrecke - und die ist der Wahnsinn. Mittlerweile passt auch das Wetter so halbwegs. Zumindest ist es meistens trocken. Zuerst geht es ca. 25km auf der Bundesstraße leicht bergab und wellig dahin. Dann biegt man links Richtung Dienten ab. Zuerst kurz ein bisschen steil, dann flacher und zum Schluss dann die berühmten letzten 2km mit dem 14% Schild. Alle kämpfen, alle beißen, endlich oben, dann die Abfahrt - mir als Wiener und ‚Hosenscheißer‘ ist der Beginn der Abfahrt fast zu steil, aber dann geht’s gefühlte 15 km mit 3% Gefälle bergab, einfach nur geil :) Die restlichen 30km gehen dann landschaftlich sehr schön und wellig dahin. Nach 3:20 fertig mit dem Radeln, genau im Plan. Jetzt noch ein lässiger Halbmarathon, dann ist alles gut.

Nach einem gemütlichen, aber doch schnelleren, Wechsel, ab auf die Laufstrecke. Auch die ist traumhaft schön direkt am Zeller See entlang. Nach 10km - oder einer Runde - hab ich mir gedacht, jetzt kenn ich alles. Der Saft war draußen und der Mann mit dem Hammer kam immer näher. Nach 14km hat er mich dann endgültig eingeholt - die ersten 14km gingen noch mit dem geplanten 5:50 - 6:00er Schnitt pro Kilometer, aber dann war’s leider vorbei – 7km kämpfen, beißen, gehen, Red Bull, laufen, Cola, gehen, laufen – ungefähr in der Reihenfolge. Dann endlich vorbei und ab ins Ziel! 6:41:45 – ein richtig lässiges Erlebnis! Und nicht zu vergessen, endlich ein neues T-Shirt :)

Wer den Triathlon in Zell/See noch nicht kennt: Nächstes Jahr sind dort Meisterschaften – es zahlt sich auf alle Fälle aus!

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