Meine erste Langdistanz @ IM Austria 2021

25. September 2021, 0:04 Uhr
geschrieben von Nicole Zahradnicek

Emotion pur!!! Anders lässt sich der letzte Sonntag nicht beschreiben. Nach (corona-bedingten) fast 2 Jahren Vorbereitungszeit war es am 19.9.2021 endlich soweit, dass ich auf meine erste Triathlon-Langdistanz starten durfte. Nach gut 6 Jahren Triathlon und schon einigen Halbdistanzen im Gepäck sollte ich mich an der Königsklasse versuchen.

Aber der Reihe nach… Freitag 17.9.21 Ankunft Klagenfurt, Pick-up Startunterlagen, auf der Expo herumstreifen und zufällig gleich der restlichen Affen-Truppe über den Weg laufen. So kann das Rennwochenende starten :-) Noch ein kurzer Blick auf die Finishline und ins Zielgelände und dann ab ins Hotel. Nach einer eher unruhigen Nacht bin ich mega-nervös aufgewacht – eigentlich ganz untypisch für mich, dass ich schon am Vortrag von einem Wettkampf nervös bin, das kommt normalerweise erst kurz vorher. Aber gut – bei der Langdistanz gelten ja bekanntlich andere Bedingungen. Frühstück, Schwimmaktivierung und ein kurzes Koppeln am Rad hat dann geholfen. Die Nervosität ist wieder im normalen Bereich ;-) Nach dem Bike-Checkin, noch ein letztes Abendessen mit den Monkey Veteranen und Mitstreitern – Carboloading at it´s best und dann zeitig ab ins Bett.

It´s Race Day

4:00h der Wecker reißt mich aus dem Schlaf, ich kenn mich die ersten Sekunden gar nicht aus. Shit, hab ich gut geschlafen. Aber ok, besser so als anders rum. Frühstücken, letzter Wettercheck (schaut deutlich vielversprechender aus, als noch vor ein paar Tagen, vielleicht bleiben wir sogar die meiste Zeit am Rad trocken), und dann geht’s los Richtung Wechselzone. Am Weg fällt mir auf, dass ich gar nicht mehr nervös bin – eine gewisse Anspannung ist klarerweise da, aber Nervosität NIX. Die hab ich wohl zur Gänze am Vortrag aufgebraucht.

5:30h Radcheck, Flaschen auffüllen, Rad in einen halben Foodtruck verwandeln, Reifen aufpumpen, Bike und Run Sackerln prüfen, ob eh alles drinnen ist (mehrfach), ein paar bekannten Gesichtern zuwinken und alles Gute wünschen und dann geht’s los zum Schwimmstart. Nach dem Neo anziehen & letzten Tipps abholen, stell ich mich in den Vorstartbereich und schon geht es los. Die ersten 2,8km vergehen wie im Flug & schon geht’s hinter der Meute her Richtung Lendkanal. Dort noch die letzten 1000m vorbei an unzähligen Fans und Menschen, die anfeuern. Und schon ist der 1. Teil absolviert. Am Weg in die Wechselzone die obligate Pipi-Pause – mit Neo und nassen Einteiler auf einer Mobiltoilette echt keine schöne Erfahrung – und schon geht’s ab aufs Bike. Rauf auf die Schnellstraße, vorbei an der Crowd in St. Veit, die jeden einzelnen Teilnehmer frenetisch anfeuern, dazwischen immer wieder der Check, ob die Wattwerte eh passen und ich mich ob der Stimmung nicht verleiten lasse zu früh zu viel Gas zu geben. Der Tag wird noch lang ;-) Und im Nu sind schon die ersten 90km um und es geht wieder vorbei an der Wechselzone in Klagenfurt auf die Südrunde – eine meiner liebsten Radstrecken in Kärnten. Weiterhin immer wieder das Mantra in Erinnerung rufen „Stick to the plan“ – pass auf die Durchschnittswatt auf und verpflege Dich gut. Also gleich noch einen Haferflockenriegel einwerfen. Mittlerweile wachsen mir die Dinger schon zu den Ohren raus… Nach 150km ein kurzer Check von Zeit und Geschwindigkeit, wow immer noch mit einem glatten 30-er Schnitt unterwegs. Kurzer panischer Blick auf die Leistungswerte, aber alles im grünen Bereich und die Beine fühlen sich auch noch gut an. Wo zum Teufel kommt der Speed her? Wenn das so weiter geht, dann könnte eine Radzeit um die 6h möglich sein, damit hätte ich nie gerechnet.

Und tatsächlich, nach 6:01h biege ich wieder Richtung Wechselzone ein und schmeiß mich in die Laufschuhe. Irgendwie ist mir immer noch nicht ganz klar, wie zum Geier ich jetzt noch einen ganzen Marathon laufen soll, aber ich fang halt einfach mal an. Die Beine fühlen sich gut an. Gleich beim Ausgang der Wechselzone steht mein Mann und feuert mich an. Vorbei am Monkeys-Hauptquartier im Europapark geht’s auf die erste Runde Richtung Krumpendorf und dann nach Klagenfurt ins Stadtzentrum und wieder retour zum Europapark. Ein erstes mentales Tief versucht sich so gegen Kilometer 14 in meinem Kopf festzusetzen, kann aber zum Glück recht schnell wieder abgewendet werden. Unterwegs sehe ich wieder einige bekannte Gesichter auf der Strecke. KM 21 – Halbzeit! Soweit so gut… allerdings so ganz locker flockig wie am Anfang fühlen sich die Beinchen nicht mehr an. Wurscht! Einfach weiter einen Schritt vor den anderen und laufen. Ich hantle mich von Fixpunkt zu Fixpunkt – Monkey Supporter, Umkehrpunkt in Krumpendorf wieder zurück zum Europapark wo mein Mann steht. Er ruft mir zu: „Nur noch 10km!“. Ach ja, stimmt, da steht ja das 32km-Schild. Wow! Mein Lächeln wird breiter. Nur mehr 4 Verpflegungsstationen bis zum Ziel. Und dann ist´s soweit – noch eine Linkskurve und ab in den Zielkanal. „Nicole, you are an Ironman!“ Nach 11:23h und mit einem fetten Grinser ins Gesicht laufe ich über die Ziellinie. Unglaublich! Was für ein langer, sensationeller Tag!

Kleiner Nachtrag: nach mittlerweile ein paar vergangenen Tagen, bin ich immer noch ganz begeistert und schiele mit einem Auge schon auf die Langdistanz-Termine für die kommenden Jahre ;-)

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