In Linz beginnt’s!

30. Mai 2022, 7:56 Uhr
geschrieben von Philipp Huppmann

Passender geht es zum Anfang der Wettkampfsaison 2022 wohl kaum. An einem “Großwettkampf-Wochenende” (Zitat: Michael Urban) fanden sich neben zahlreichen St Pölten-Startern, Teilnehmern an der Age Group-EM in Olsztym (Polen) und einem Halbmarathon-Aspiranten in Edinburgh (Scotland) auch Daniela Rosenkranz und meine Wenigkeit beim Linz Triathlon ein.

Nachdem Daniela erst kürzlich eine COVID 19-Infektion überstanden hatte und das Pre-COVID-Leistungsniveau leider noch nicht ganz abrufbereitbar war, sattelte sie kurzfristig von der Halbdistanz auf die Kurzdistanz um. Als ebenfalls COVID-Genesenem ist mir - wie vielen anderen auch - bewusst, welch Verlangen man nach Sport hat, wenn man sich den Virus geholt hat. Liebe Dani, es ist spitze, dass du nicht gekniffen hast ;-) und dir eine olympische Gaudi gemacht hast! Very, very nice!

Als Großwettkampf bekannt, bei welchem es neben der Halbdistanz auch einen Aquabike-Bewerb sowie Sprint- und Kurzdistanz gab, war der Linztriathlon eine richtige Freude, zum ersten Mal nach der COVID-Pandemie einen Wettkampf ohne die zahlreichen Einschränkungen zu erleben … finally! Da macht auch das Aufstehen um 5:00 nichts aus, Espresso gibt es eh an jeder Tankstelle ;-)

So warteten 900m im Pleschinger See, 42,5 Kilometer im hügeligen Linzer Umland und eine flache Laufstrecke am Rande der Donau auf uns. Interessante Distanzen, aber wenn man eh lieber Rad fährt als schwimmt … Und nachdem vom angesagten Schreckensgespenst Sturm und Unwetter, Starkregen und Eiseskälte nichts zu sehen war, konnte es nur ein toller Wettkampf werden!

Mit unseren Neoprenanzügen machten wir uns um 12:45 ins Wasser und brachen zur Eröffnung der Wettkampfsaison auf. Glück gehabt: 21,8 Grad Wassertemperatur! Obwohl ich mehrfach vom Weg abgekommen bin und meine Brille kurz vor dem Ausstieg sogar abnehmen musste, schaffte ich es gleichzeitig mit Daniela aus dem Wasser. I have no idea …

…und weiß auch immer noch nicht, was ich in der Wechselzone gemacht hab. Wahrscheinlich einen Kaffee getrunken, das war gar nichts. Put that transition zone done (Emil weiß Bescheid). Dafür war die Radstrecke toll! Anfangs bergauf und dann durch das hüglige Linzer Umland, gespickt mit zwei kurzen, etwas anspruchsvolleren Anstiegen waren auf 42 Kilometern insgesamt 500 Höhenmeter zu bewerkstelligen. Auf den letzten 15 Kilometern gesellte sich auch noch Gegenwind dazu, der aber mit einer Kraft geblasen hat, dass selbst so mancher TT Bike-Fahrer seinen Meister fand - bis zu 60 km/h starke Böhen!

Also wieder in die Wechselzone … nur unwesentlich besser als der erste Versuch. Aber dann - wo ist die Startnummer? Sie hat mich auf der Radstrecke verlassen! Oh no! Gibt ja eh noch den Zeitnehmungschip - natürlich hatte ich, wie üblich, keinen Cent Cash eingesteckt und konnte die 6 Euro Einsatz nicht bezahlen. Glücklicherweise hat so mancher aufgerundet ….
Ohne Startnummer, aber mit bester Laune gings auf die Laufstrecke. Ungelogen - ich habe bei mindestens 15 Leuten eingeklatscht und sicher 10x “JAWUI, ES SATS SUPER!” geschrien… die Unterstützer muss man ja auch feiern ;-) Glücklicherweise war die Laufstrecke sehr flach und lag im Schatten, sodass die Vorfreude auf das (für Markus wichtig: natürlich alkoholfreie, what else?) Bier immer größer in meinen Augen zu sehen war.

Believe me: Nach 3:16 (Daniela) und 2:56 (ich) schmeckt jedes Bier very nice! Es war der Abschluss einer tollen Saisoneröffnung, aber von der Wechselzone reden wir besser never again.

Gratulation auch an alle anderen erfolgreichen Wettkämpfer des Wochenendes. Ihr wart und seid spitze!
Monkeys rule the world (especially in terms of swimming, cycling, and running)!

Abschließend möchte ich den Wettkampf noch jemandem widmen:
Nach einem Schlaganfall ist meine Oma Anfang Mai in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden und hat an Christi Himmelfahrt den Kampf gegen eine Lungenentzündung verloren. Sie ist friedlich eingeschlafen. Es wäre ihr ein Anliegen gewesen, dass ich starte. Und auch während des Rennens hat sie mich begleitet und sich schon vor einem Monat Gedanken gemacht, was es danach zu essen geben wird … Omas Kaiserschmarrn, die Schnitzel und ihre immerwährende Unterstützung waren einmalig.
Thank you, Grandma!

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