Ironman Austria 2023

23. Juni 2023ca. 4 Minuten Lesezeit

Rennbericht von Robert Schlederer

Nach über einem halben Jahr Training war es letzten Sonntag endlich soweit: Körperliche Verfassung top, Motivation top, endlich geht’s los!

Aber vorher möchte ich mich noch bei meinen Unterstützern bedanken:
Meinem Trainer Vincent Hummel der leistungsorientiertes Training immer wieder neu angepasst an meine Bedürfnisse (Wehwehchen) plante und mich immer positiv motivierte. Unserer Physiotherapeutin Petra Hell die immer eine Lösung für diverse Überlastungserscheinungen hatte (ich bin immer noch erstaunt dass ich auch nach dem Ironman so wenige Knieprobleme habe wie seit Jahren nicht mehr!). Meiner lieben Frau Inge für ihre Geduld und perfekte Ernährungsplanung. Und nicht zuletzt meinem Trainingsbuddy, unserem Silberrücken und allen Monkeys Trainingsbegleitern.

Die Bedingungen für das Schwimmen waren perfekt im Wörthersee, mit idealer Temperatur für ein Schwimmen mit Neo. Da wir Monkeys den größten Club stellten hatten wir andere Badehauben und konnten uns selber und von den Supportern besser erkannt werden. Schwimmen in der Monkeys Gruppe macht im Wettkampf mehr Spaß als im Training ;-). Rudi übernahm die Führung gegen die Sonne in Richtung Lendkanal und sicherte uns die Ideallinie! 3,8 km Schwimmen war noch nie so einfach für mich und trotzdem konnte ich meine Bestzeit um mehrere Minuten unterbieten.

Mit sehr guten Beinen ging’s aufs Rad, meiner stärksten Disziplin wo ich das meiste Training investierte. In der noch kühlen Morgenluft startete ich ambitioniert in die 90 km Nordrunde, war doch mein Plan dort Zeit gutzumachen und diese beim Laufen nur mehr zu halten. Es lief alles nach Plan bis zur Steigung zum Faaker See wo die Kilometer und steigenden Temperaturen dann deutlich spürbar und die Oberschenkel immer schwerer wurden. Ich beschloss etwas Tempo rauszunehmen denn Rupertiberg und ein Marathon sind noch zu bewältigen. Auch wenn ich in der 90 km Südrunde deutlich langsamer war, schaffte ich es auch beim Radfahren meine persönliche Bestzeit deutlich zu unterbieten und das wichtigste kein Defekt, kein Sturz, keine Strafe, Ernährungsplan hat gepasst!

Dass es ein paar Kilometer beim Laufen braucht um den Rhythmus zu finden war natürlich keine Überraschung für mich, diesmal viel es allerdings besonders schwer. Bereits nach ein paar Kilometern in Krumpendorf war mir klar dass heute nicht mein bester Lauftag ist, durch die Hitze? Oder doch etwas zu schnell am Rad? Ich passte mein Ziel an: Durchlaufen und nur bei den Verpflegungsstationen ein paar Schritte gehen. Zwischendurch musste ich immer an das Motto „Essen, Trinken, Spaß haben, mit einem Lächeln ins Ziel kommen und einfach genießen“ denken. Das mit dem „Spaß“ ist Auslegungssache !! Es war hart und ich konnte meine angepeilte Laufzeit nicht erreichen, habe aber wieder einmal gelernt dass mentale Stärke beim Marathon bei einer Langdistanz ganz wichtig ist.

Umso unglaublicher und emotionaler der „Finishline Moment“. Am letzten Kilometer abklatschen mit den Monkeys, Jubeln im Zieleinlauf und aus den Lautsprechern schreit es „You are an Ironman“. Das Glück war perfekt als ich realisierte dass sich eine neue persönliche Bestzeit trotz durchwachsener Laufleistung ausgegangen ist.

Daten:
12. Platz von 77 in AK 60-64 gesamt
5. Platz ÖM
Schwimmen: 1:07:42 (PB)
Radfahren: 5:44:38 (PB)
Laufen: 5:03:00
Gesamt: 12:06:39 (PB)

Ich erinnere mich noch genau wie Lena, Sebastian und ich nach dem Zieleinlauf über den Sinn einer Langdistanz nachdachten und zukünftige Starts in Frage stellten. Am nächsten Tag beim Frühstück sah es schon etwas anders aus … und am Nachmittag nahm ich den Slot für Nizza an!
Nächstes Highlight – 10. September – Ironman WM in Nizza, gemeinsam mit Karl Kaudela und Balint Grosz.

Ganz besonders hat mich das souveräne Finish von Rudi Hummel gefreut und großen Respekt für David Senft. Und natürlich herzliche Gratulation an alle anderen Monkeys Mitstreiter.

Robert Schlederer
geschrieben von Robert Schlederer

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