Challenge „Sub 5“ accomplished!
Sonntag, 26. Mai 2024, 04:30 Uhr
Was gibt es an einem Sonntag Schöneres als ein läutender Wecker um 04:30 Uhr? Ausschlafen? Ach, wozu? Zumindest bis zum Läuten des Weckers schlafen? Ach nein, lieber sich schon seit 03:00 Uhr im Bett herumdrehen und erkennen, dass man unbewusst vielleicht doch aufgeregt ist.
Warum das alles? Es ist der Tag der Challenge St. Pölten. Der Morgen beginnt mit einem Kaffee und Milchreis als Frühstück im Auto. Wie kam es dazu?
Erstens will der Vereinscup wieder gewonnen werden, zweitens habe ich die Challenge St. Pölten in den letzten Jahren immer verfolgt und wollte nun einmal selbst daran teilnehmen.
Was war das Ziel?
Nun ja - in einem unbedachten Moment habe ich geäußert, ich könnte die 5-Stunden-Marke attackieren. Was ich dabei nicht bedacht habe: der Landgang beim Schwimmen und die beiden Wechselzonen sind wirklich, wirklich, wirklich, wirklich lang. Die 5 Stunden habe ich daher in den letzten Wochen vor St. Pölten für immer unrealistischer gehalten.
Wie war das Rennen?
Teil 1: Schwimmen
Für mich ging es im Block um 07:45 Uhr u.a. mit Gerald Palkovich und Thomas Schmit los. Der Sprung ins Wasser erfolgte mit einer gekonnten Arschbombe. In Folge wollte meine Schwimmbrille nach 200m eigenständig die Umgebung erkunden – irgendwie konnte ich sie dazu überreden, doch bei mir zu bleiben und gemeinsam weiterzuschwimmen (Hoppala 1).
Große Freunde werden das Freiwasserschwimmen, zumindest tempomäßig, so schnell vermutlich nicht. Aber zumindest hat es sich dieses Mal weit besser angefühlt als zum Beispiel in Ober-Grafendorf. Den Landgang habe ich ohne weiteres Hoppala über die Bühne gebracht, worüber ich nach den Erzählungen von Klemens' Sturz sehr froh bin. Nur das Tempo des Landgangs dürfte für manche Zuschauer:innen nicht schnell genug gewesen sein (O-Ton Lena: "das geht noch schneller").Nach dem Schwimmen im zweiten See ging es unter Anfeuerung u.a. von Sebi, Simone und Lena (wiederum begleitet von tollen Sprüchen) in Richtung Wechselzone. Schwimmzeit: 36:57
Teil 2: Radfahren
Der Wechsel aufs Rad hat einwandfrei funktioniert. Im Wissen der langen Wechselzone und des Ziels der 5 Stunden habe ich daran in den letzten zwei Wochen noch gearbeitet. Vorgenommen hatte ich mir am Rad einen Schnitt von 33 km/h, wusste aber nicht, ob das machbar sein würde. Die ersten Kilometer auf der Schnellstraße waren dafür dankbar und ich konnte auch bereits den vor mir gestarteten Rudi überholen.
Beim ersten Anstieg in Krustetten konnte ich meine Kletterfähigkeiten ausspielen und zahlreiche andere Athlet:innen überholen. Die erste Abfahrt habe ich sicher hinter mich gebracht; einzig das vermeintliche Hoppala 2 sollte mich noch länger beschäftigen: ich bin in ein Schlagloch gefahren und hatte gefühlt seit dem Zeitpunkt immer ein "Klackern" in der Kurbel. Später hat sich herausgestellt, dass durch den Regen die Kette komplett ausgetrocknet war – Radexperte wird aus mir auch keiner mehr.
Mit der Wachau wartete danach wieder ein Abschnitt, der dem Schnitt zuträglich sein sollte. Einziges Problem: die 20 m-Regel hat es mitunter schwierig gemacht, sein Tempo konstant durchzufahren. Entweder man fuhr zu knapp auf und musste rausnehmen, oder man musste härter fahren als gewollt, um an einer Gruppe vorbeizukommen. Zweiteres habe ich einmal riskiert - im Nachhinein betrachtet war es das Risiko wert, da mir diese Körner am Ende nicht gefehlt haben und genau während des Überholmanövers ein TO-Motorrad vorbei gefahren ist. Kurz vor Beginn des Anstiegs nach Gansbach hat der Wind etwas aufgefrischt und ich habe etwas rausgenommen – an mir vorbeifahren wollte in dem Moment überraschenderweise aber niemand.
Im gefürchteten Anstieg nach Gansbach hatte ich noch genug Energie übrig und konnte nun auch die vor mir gestarteten Max und Robert einholen. Im letzten Anstieg nach Obritzberg habe ich auch noch Felix überholt - kurz zuvor habe ich die in Gansbach aufgenommene Isoflasche verloren (Hoppala 3) und war somit bis St. Pölten ohne Flüssigkeit. Mit gutem Zureden („du hast dich bis jetzt eh gut verpflegt“) und im Wissen eines bis dahin guten Radsplits ging es in die Abfahrt nach St. Pölten. Hier habe ich noch ordentlich Tempo gemacht - die Streckenbesichtigung vorab hat sich da extrem bezahlt gemacht.
Radzeit: 2:41:00
Teil 3: Laufen
Beim Wechsel zum Laufen bin ich in der Regel sehr schnell, was ich auch dieses Mal war – trotz Hoppala 4: nach dem Ausleeren des Laufbeutels habe ich festgestellt, dass meine Schuhe in der Früh noch anders ausgesehen haben. Ich habe leider zum Beutel von Thomas gegriffen. Zu meiner Verteidigung: das ist beim ersten Wechsel auch dem schnellsten Monkey passiert.
Nach dem Radfahren wusste ich, dass es mit den 5 Stunden knapp werden könnte. Ich wollte es mit 4:30/km angehen, um am Ende noch genug Körner zu haben. Zu Beginn lief ich in einer Gruppe mit Alois Rigam und der späteren Staatsmeisterin der Klasse W 45-49, was das Laufen deutlich angenehmer gemacht hat. Nach der ersten Laufrunde und dem "Kennenlernen" der Strecke habe ich beschlossen, auf der zweiten Laufrunde, sofern es der Körper hergibt, ab ca. Km 16 nochmals das Tempo zu erhöhen, damit sich die 5 Stunden ausgehen.
Kurz vor den letzten 5 Kilometern wusste ich, dass es knapp werden könnte, also sagte ich mir: "reiß' dich zamm, es sind nur mehr 5 Kilometer, lauf' was geht". Unterstützt wurde ich dabei noch von den lauten Anfeuerungen von Rudi und einem kurzen „Pläuschchen“ mit Markus Potthast.
So lief ich die letzten 5 Kilometer in ca. 4:20/km und war nach Durchlaufen der Monkeys-Fanzone und der Überquerung der Ziellinie optimistisch, dass ich die 5 Stunden geknackt hatte. Laufzeit: 1:31:01 (laut Pentek)
Und, ist es sich ausgegangen? Gesamtzeit: 4:58:01.
Vor ein paar Monaten hätte ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen können.
Der Ironman 2025 kann also auf alle Fälle kommen - dann trainiere ich auch selbst dafür und profitiere nicht nur vom "Mittrainieren". Die Hoffnung, dass sich weitere Ironman-Debütant:innen finden (Bernhard, Xaver), stirbt zuletzt. ;)
Zum Abschluss noch drei Memos an mich:
1. Beim nächsten Mal muss nicht wieder eine Steigerung der Halbdistanz-PB von
17 Minuten her
2. Hoppalas auf ein Minimum reduzieren
3. Kommentare für das Anfeuern von Lena beim Ironman überlegen