Der Sports Monkeys Triathlon Club

IronMan - Einmal geht’s noch…

23. Juni 2024ca. 5 Minuten Lesezeit

…eine 10 Stunden und 41 Minuten lange Abschiedsrunde!

Als ich 2018 meine erste Langdistanz beendete, musste ich große Teile der letzten 20 km gehen. Obwohl ich eine respektable Gesamtzeit von 11:24 erreicht habe, fühlte sich das irgendwie wie eine Niederlage an. So war es schneller als gedacht klar: irgendwann werde ich diese Scharte auswetzen – und dieser Zeitpunkt war am 16.06.2024 beim IRONMAN AUSTRIA (wo sonst?)!

Nachdem ich meiner „überaus erfreuten“ Familie mitgeteilt habe, dass ich 2024 wieder eine Langdistanz plane, begann bereits im Sommer 2022 die Vorbereitung für den großen Tag unter der Anleitung meines Coaches Matthias. Warum so lange? Ursprünglich hatte ich 2023 im Sinn, aber ich hatte bereits einen USA-Trip mit meiner Tochter Laura für Ostern 2023 geplant – und das verträgt sich schlecht mit einer Langdistanz gute zwei Monate später. Also wurde es der IRONMAN AUSTRIA 2024 am 16.06.2024!
Der Vorteil der ultralangen Vorbereitung war, dass wir wirklich genug Zeit hatten, langsam aufzubauen. Das führte dazu – und das ist ein absolutes Kompliment an Matthias – dass ich in den 1,5 Jahren nicht das kleinste Wehwehchen hatte, außer den „Spotzn“ (kärntnerisch für Muskelkater), die immer mal wieder da waren. Außerdem war ich außer 2-3 Tagen im Oktober – wie zum Glück gewohnt – nie krank oder kränklich. So gesehen: perfekte Vorbereitung!
Der Nachteil an einer so langen Vorbereitung ist: Man hat viel Zeit zum Nachdenken und Zweifeln, und ich bin sehr gut darin, mir negative Gedanken zu machen ????! Jeder, der sich schon mal länger als zwei Wochen auf einen Wettkampf vorbereitet hat, weiß, wovon ich rede.
Das Training absolvierte ich zumeist allein bzw. aufgrund der geographischen Entfernung abseits der Monkeys (mit Ausnahme des Schwimmens, das ich einmal pro Woche gemeinsam machte). Ein Nachbar und guter Freund, Armin, der eine beeindruckende Bestzeit von 2:57 Stunden im Marathon erreicht hat, hat mich besonders bei den Laufintervallen begleitet (wobei er mir regelmäßig davonzog). Gegen Ende hat er mich auch bei den Einheiten mit dem Rad unterstützt (mit einem besseren Straßenrad?!). Vielen Dank dafür! Wichtig in der Vorbereitung war auch das supernette Trainingslager auf Mallorca zu Ostern – hier wurde das Trainingspensum noch einmal deutlich gesteigert. Vor allem haben die langen Ausfahrten mit vielen Höhenmetern auf dem Rad dazu beigetragen, Sicherheit in Bezug auf die Radstrecke zu gewinnen.

Nun zum eigentlichen Wettkampf – und jetzt halte ich mich wirklich kurz ????!

Das Ziel war eine Zeit unter 11 Stunden, wenn alles gut geht. Der erste Fokus lag auf der Ernährung, der zweite darauf, kein Risiko einzugehen... und beides habe ich (vielleicht zu?) akribisch durchgezogen.
Der Start war dann schon sehr emotional: Immerhin kulminieren viele Stunden der Vorbereitung, viele Schmerzen, viel Mühe, aber auch viele schöne Trainingsstunden an einem Tag – da kann Man(n) schon emotional werden.
Schwimmen (1:09 h): Alles verlief wie geplant. Die Zielpace von 1:50/100 m habe ich locker und unaufgeregt durchgezogen. Ein paar wenige Krämpfe in den Waden (normal bei mir) und wenig Hektik im Feld!
Rad (5:41 h): Ich habe viel gegessen ???? und den Ernährungsplan akribisch durchgezogen. Interessanterweise fiel es mir in der ersten Runde schwerer als in der zweiten. Ansonsten habe ich wenig auf Watt und Puls geschaut und viel auf meinen Körper gehört. Im Gegensatz zu Simone habe ich die letzten 15-20 km eher gemütlich ausrollen lassen, um nichts zu riskieren.
Lauf (3:37 h): Meine wahrscheinlich stärkste Disziplin. Ich bin knapp unter 5:00/km angelaufen und habe auch hier akribisch jede Verpflegungsstelle mitgenommen – hab ich schon erwähnt: „Nur kein Risiko!“. Zum Schluss haben die ständigen Stopps schon genervt, und ich hatte absolut keine Lust mehr, etwas zu essen – schon gar keine Gels oder ähnliches. Ein bisschen von meiner Pace wurde eingebüßt – aber alles kontrolliert. Zum Schluss war ich dann bei ca. 5:20/km, hatte aber zu keiner Zeit ernsthafte Bedenken, dass ich es ins Ziel schaffe! You know: Kein Risiko!
Am Ende des (nahezu) perfekten Tages hörte ich die berühmten Worte
„THOMAS YOU ARE AN IRONMAN“ nach 10:41h. Deutlich schneller als erwartet und auf der Ziellinie hatte sogar noch genug Energie übrig, um mich selbst ein bissl zu feiern und zu jubeln. Wenn ich das Rennen in einem Halbsatz zusammenfassen müsste: „Dienst nach Vorschrift und kein Risiko eingegangen.“ Aber: Die Scharte ist ausgewetzt – jetzt kann ich beruhigt in die Ironman-Pension gehen.
Danke an die Monkey Familie, die den besonderen Tag noch besonderer gemacht haben. Danke an meine Mitstreiter - Simone, Lena, Rick, Max, Mario, Yasin, Thomas… und die anderen die den Tag mit mir „genossen“ haben. Nicht zu vergessen die komplett „crazy“ Performance von Vinci und die nicht viel weniger „crazy“ Leistung von Coach Matthias. Wollest du mir eigentlich beweisen, dass dein Training funktioniert? ????!

Zum Abschluss noch 2 ganz große Danke:
1. An Matthias für den tollen Trainingsplan ohne Wehwehchen und mit stetigem Aufbau
2. Das größte Danke kommt zum Schluss: An meine wunderbare Familie, ganz besonders an meine verständnisvolle Frau, die sich monatelang meine Heldengeschichten und Zweifel anhören musste. Ich habe eine schlechte Nachricht für euch:
Ihr werdet mich in der nächsten Zeit wieder öfter sehen…

Ergebnisse der Österreicher
https://www.trinews.at/die-ergebnisse-der-oesterreicher-beim-ironman-austria-2024/

https://tri.sportsmonkeys.at/news/2018/07/ironschmit-schreibt-geschichte/
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2024/06/ironman-austria-2024/
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2024/06/meine-erste-langdistanz-gerockt/
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2024/06/ein-ironman-kommt-selten-allein/

Thomas Schmit
geschrieben von Thomas Schmit

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