Der Sports Monkeys Triathlon Club

Ein IronMan kommt selten allein

21. Juni 2024ca. 7 Minuten Lesezeit

Auf den letzten 10km meiner ersten Langdistanz im vergangenen Jahr habe ich alle Menschen (inklusive mir) für vollkommen verrückt gehalten.

So viel Geld für so viel mühsames Laufen. Wer denkt, dass das eine coole Idee ist? Beim ersten Mal ist es noch auf die Naivität zurückzuführen. Ab dem zweiten Mal ist es dann einfach nur komisch - dachte ich. Naja, jetzt sitze ich hier und schreibe meinen Bericht zu meiner zweiten Langdistanz. Auch dieser wird wieder etwas länger. Holt euch also einen Kaffee, Tee und Kekse und legt die Beine hoch.

Von einer sicheren Entscheidung gegen eine weitere Langdistanz entschied ich mich also durch viele Gespräche und Motivationsfaktoren doch noch einmal dafür. Ich habe den Prozess zum Ironman immerhin sehr gemocht und war gespannt, wohin ich mich noch entwickeln kann. Schnell waren die Ziele für 2024 gesetzt und der große Plan 45min schneller zu sein, war geschmiedet. Klingt viel und ist es auch, aber ein Großteil davon sollte sich schon ausgehen, wenn ich den Marathon durchlaufen würde. Die Monate und Trainingsstunden gingen also dahin und es viel mir sogar viel leichter als im Jahr davor. Ich bekam immer mehr Freude am Laufen und reduzierte das Schwimmen auf 1x 5km in der Woche. Durch das kontinuierliche Training zeigten sich auch langsam erfolge bei meiner schwächsten Disziplin.

Dann stand der erste Test im Apfelland an. Eine Halbdistanz, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Beim 3km Schwimmen am Freitag davor, ging dann aber alles schief. Trotz einschwimmen und Neopren war mir das Wasser einfach zu kalt. Nach 300m vorne im Feld, musste ich Brustschwimmen und hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Ich schaute mich nach einem Boot oder SUP um und konnte keines finden. Na toll, aufgeben war also (leider) keine Option. Na gut - ich sammelte mich also und schwamm Kraul und Brust abwechselnd. Der Kurs bestand aus drei Runden und die eine musste ich wohl zu Ende bringen. Nach der ersten Runde ging es mir aber schon besser und ich schwamm die drei Runden durch, nur um dann in die falsche Richtung rauszulaufen und auszurutschen. Wenn ich bei meiner besten Disziplin schon solche Probleme habe, dann kann das ja noch etwas werden, dachte ich mir. Die Halbdistanz lief dann viel besser als erwartet, aber ich war am Limit. Trotz der für mich guten Zeiten, war ich mir nicht sicher, ob ich einen Marathon durchlaufen kann. Das nahm mir 4 Wochen vor dem Ironman dann doch etwas Selbstbewusstsein.

Aber ich tat alles dafür, dass es klappen würde und hatte sogar außerhalb des Trainingslagers einige Trainingswochen mit über 21h - neuer Rekord für mich. Klagenfurt 2.0 kam also immer näher und ich freute mich richtig darauf. Durch die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr war ich viel gelassener und war voller Vorfreude über die vielen Monkeys die heuer wieder am Start stehen würden. Ohne euch Monkeys würde ich heute diesen Bericht nicht schreiben. Für mich ist und bleibt es ein Teamsport und der macht nur mit tollen Leuten Spaß! ????

Ich startete also morgens recht weit vorne, kurz hinter Matthias. Aber wohl nicht weit genug vorne, da ich von den ersten 100m bis zu den letzten 100m Leute einsammelte. Am Eingang vom Lendkanal konnte ich Wolfgang noch zuwinken und kämpfte mit meiner rutschenden Badekappe, die ich dann leider am Ende doch noch verlor. Aber die Monkeystimmung war schon im Wasser zu spüren!

Auf ging es in die zwei Runden Radfahren. Das Wetter war schon am Morgen eher regnerisch, aber hielt sich auf der ersten Runde noch sehr gut. Wie gewohnt, überholten mich in einem irren Tempo viele Monkeys mit motivierenden Sprüchen - auch Matthias, der mir auf Grund der schnelleren Schwimmzeit noch "1:0 für dich" zurief. (Spoiler: Es blieb bei dem einen Punkt für mich und ehrlicherweise hatte ich nicht einmal damit gerechnet.) Die Radstrecke war trotz der Höhenmeter schneller als erwartet und die Monkeyfanbase am Rubertiberg war grandios! Die zweite Radrunde war trotz Regen nicht viel langsamer als erwartet und deshalb beschloss ich noch ein bisschen mehr Gas zu geben, um unter den 6h zu bleiben. Das war bis dahin überhaupt kein Ziel, aber machbar. Was für ein Tag - Regen sei Dank! Ich rollte also unter 6h in die Wechselzone und hatte nur noch den Lauf vor mir.

Nur noch der Teil, wo ich am meisten zu verlieren hatte. Ich wusste immerhin wie viel Zeit ich verlieren kann, wenn ich gehen muss. Ich startete so locker wie es ging und versuchte auch bei den Monkeys nicht zu sprinten. (Das fällt mir immer schwer bei so viel Stimmung.) Nach 5km fühlten sich meine Beine bereits nicht mehr gut an. Auch beim Radfahren hatte ich nicht so viel Druck auf die Pedale bekommen. Egal, ich musste das nehmen, was drin war und wollte wenigstens meine eigene Bestmarke von 26km durchlaufen erreichen. Es klappte und ich schleppte mich von Kilometer 30 zu Kilometer 35 zu Kilometer 40. Es war schwer, aber die Beine machten mit und ich lief und lief. Was für ein Wahnsinn! Ich hatte es wirklich geschafft die 42km durchzulaufen!!!! Ich hatte mein Ziel erreicht und konnte es gar nicht glauben. Die Pace war mir in dem Moment egal. Erst viel später beim Bike-Check-out sah ich, dass ich den Marathon in knapp über 4h gelaufen bin. So ein Wahnsinn! Das Ganze auch, dank der motivierenden Worte der anderen Monkeys. Vincent, Matthias, Thomas, Georg, Nico und Christian sah ich schon auf meinem ersten Loop. Rick, Tom und Simone sah ich aus Klagenfurt rauslaufend und alle drei motivierten mich extrem als sie mich überholten und mich gefühlt ein Stück mitzogen. Ein letztes Mal lief ich durch die Monkeyfanbase, wurde im Ziel noch von Matthias und Sarah (den Rest habe ich leider nicht gesehen/gehört) angefeuert und konnte nicht glauben, als ich die 11h5min am Zielbogen sah. Ein Wahnsinn!
Alle Ziele und noch viel mehr erreicht.

Wer die Monkeyberichte fleißig mitverfolgt, weiß auch, dass Johann nach meinem Support bei der Halbdistanz in St. Pölten (für die ich übrigens früher aufgestanden bin, als für meine Langdistanz ????) einiges vorbereiten wollte. Die Sprüche blieben unter den Erwartungen, aber ich muss sagen, ich habe Johann mit Abstand am Häufigsten an diesem Tag gesehen und mich immer wieder gefreut sein breites Grinsen zu sehen. Trotz Regen war die gesamte Crew der Wahnsinn! Danke für eure Zeit und den Aufwand! An dieser Stelle auch besonders an Rudi, Robert und Inge für die Orga der Monkey-City, meine Schwimmmädels: Theresa, Katja und Tamara - you rock! , meinen Trainer Matthias und meinem biggest
Supporter Nico, für die geliehenen Laufräder samt tubeless Reifen für das Rennen. Ich könnte hier jetzt noch 1000 Namen nennen, aber dann wird der Bericht wirklich ein Buch. Das spare ich mir dann für meinen dritten Ironman auf.????

Ironman Klagenfurt Austria 2023: 11:59:34
Schwimmen: 59:27
T1: 6:20
Radfahren: 6:11:56
T2: 5:44
Laufen: 4:36:09

Ironman Klagenfurt Austria 2024: 11:05:54
Schwimmen: 58:13
T1: 4:25
Radfahren: 5:55:29
T2: 4:01
Laufen: 4:03:48

Ich habe die zweite Langdistanz also nicht bereut und würde sie sogar jeder Person ans Herz legen. Nächstes Jahr mache ich aber wirklich mal eine Pause von der Langdistanz. Wirklich! Ehrlich! Glaube ich zumindest!

https://tri.sportsmonkeys.at/news/2024/06/ironman-austria-2024/
Ergebnisse der Österreicher:innen
https://www.trinews.at/die-ergebnisse-der-oesterreicher-beim-ironman-austria-2024/

Lena Tölke
geschrieben von Lena Tölke

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