Tom's Podersdorf Bericht

10. September 2021, 15:00 Uhr
geschrieben von Thomas Schmit

Nachdem ich eigentlich meine Wettkampf-Saison nach der Regenschlacht von Obertrum am 18.07. beenden wollte, hat mich die Sonne Griechenlands im Urlaub mich dann doch noch mal umgestimmt – ich greife nach einer kurzen Urlaubspause noch einmal an. Nachdem ich nicht sonderlich kreativ bei der Wahl der Wettkämpfe bin und ich außerdem die Chance auf eine schnelle Zeit bekommen wollte, wurde die Halbdistanz in Podersdorf zum insgesamt vierten Mal meine Wahl. Mit Coach Matthias Müller wurde kurzfristig ein Plan geschmiedet, wie die nach zwei Wochen Griechenland leicht angefaulte Form wieder auf Vordermann zu bringen ist. Und so bin ich keine 12h nachdem ich aus dem Flieger gestiegen bin, schon wieder am Rad gesessen. In Summe blieben 5 Wochen Zeit, um einen neuen Formpeak zu erreichen.

Das Training lief in Summe recht reibungslos, wobei die gefühlte Form zwischenzeitlich knapp unter dem Nullpunkt schien – vor allem beim Rad, beim Laufen und beim Schwimmen :) Gegen Ende des Trainingsblocks fühlte sich die Form am Rad und teilweise auch beim Schwimmen wieder etwas besser an. Beim Laufen wurden wenige HITs gemacht, sodass die Beurteilung der Form recht schwer war. Ganz allgemein lang der Laufblock schon recht lange zurück, sodass die Form sicherlich nicht mehr ganz auf dem Topniveau war. In Summe habe ich mich gut vorbereitet gefühlt – allerdings habe ich unterbewusst gemerkt, dass nicht um den Sieg mitkämpfen werde können :)

Der Tag vorm Wettkampf war dann noch einmal sehr spannend. Meine (doppelt geimpfte) große Tochter Laura wurde positiv auf Corona getestet und zeigt auch schon leichte Symptome. Nachdem ich mich – zum Glück – bisher mit der Thematik nicht beschäftigen musste, hatte ich keine Idee was das jetzt für mich bzw. Podersdorf bedeuten würde. Nach Auskunft bei 1450 sind die geimpften Personen K2 und damit nicht in Quarantäne, die ungeimpften Personen jedoch K1 und in Quarantäne. Die gute Nachricht für mich (K2) war gleichzeitig eine schlechte für meine ungeimpfte (K1) achtjährige Tochter (Marie) => mind. 10 Tage Quarantäne. Jetzt hatte ich zwei Probleme: 1. Bestand ja die Gefahr, dass auch ich Corona positiv bin und 2. Was mach ich in der Zeit des Wettkampfes mit Marie? Eigentlich hätte sie bei einer Freundin schlafen sollen und dann mit dieser den Wettkampftag verbringen. Meine Frau hat die Chance genutzt und ist schon am Donnerstag zu einem länger geplanten Kurzurlaub aufgebrochen.

Also ab zur nächsten Teststraße: zum Glück negativ und gleich direkt weiter zum Abschlussschwimmen in die Stadthalle. Die Lösung für Marie war einfach wenn auch pädagogisch leicht verwerflich - > sie hat den ganzen Tag fernsehen dürfen. Die große Tochter mit Corona war zumindest daheim wenn auch räumlich getrennt. Das Essen wurde vorbereitet - > Podo ich komme (doch).

Das Wetter am Wettkampftag war kitschig schön. Die Stimmung beim Einchecken war allgemein gut und durch einige nette Gespräche mit bekannten und unbekannten Athleten ist die Zeit vorm Start auch schnell vergangen – diese dämliche Warterei kann manchmal ganz schön nervig sein. Der Start war wieder mein ein Massenstart. Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan davon – obwohl es die klassische Variante ist. Allerdings sind mir die „Schlägereien“ meist zu viel. Diesmal jedoch war die Angelegenheit überraschend entspannt – mehr als 2-3 Füße und 1-2 Ellbogen hab ich nicht abbekommen. Beim Schwimmen hab ich von Anfang an gemerkt, dass ich (wohl auch wegen Neo) richtig guten Zug drauf hatte – allerdings bin ich auch von Beginn weg mit dem Puls gefühlt etwas über normal geschwommen. Wie immer beim Schwimmen geht es für mich nur darum seinen Rhythmus zu finden und den bis zum Ende durchzuziehen. Beim Ausstieg hatte ich 33:55 auf der Uhr stehen für eine meiner Meinung nach nur leicht zu kurze Strecke - > das war definitiv über meinen Erwartungen. Der Wechsel war noch nie meine stärkste Disziplin – auch diesmal nicht. Zuerst hat der Neo – Reisverschluss geklemmt, sodass ich einen Mitstreiter bitten musste mir zu helfen. Dann habe ich beim Neo – Ausziehen meinen Einteiler mitausgezogen – halbnackt in der Wechselzone ist auch mal was Neues. Beim Wechseln selber habe ich demonstrativ meinen Neo quer über meinen Platz verteilt – ich liebe Bewerbe wo man nicht für jede Kleinigkeit in die Penaltybox muss (Insider wissen was ich mein :)). Nach all den Problemen hab ichs dann doch aufs Rad geschafft und los geht’s – knapp 90km bei Windstille und ultraflach – da kann man sich schon drauf freuen.

Die erste Runde verlief wie gewohnt. Ich bin gefühlt im Höllentempo weggefahren und wurde links und rechts überholt. Wie bitte schaffen „die das alle“ solche Radzeiten zu fahren? Ich habe auf der ersten Radrunde mit einem 33,xer Schnitt genau 2 (!!!) Halbdistanzler überholt (einen bei km 12,5 und einen bei km 27 falls das interessiert). Wie geht das???
Ein paar wenige sind wohl doch zu schnell angegangen, sodass die 2te und 3te Runde nicht ganz so frustrierend war wie Runde Nr. 1. Am Ende Stand ein 33,2er Schnitt auf der Uhr und ein 2:40er Radsplitt – was ziemlich genau dem entsprach, was ich mir erwartet hatte. Allerdings hatte ich schon recht viele Körner liegen gelassen.

Nachdem dem Wechsel zum Laufen diesmal problemlos geklappt hat (mein Neo lag immer noch sehr prominent herum), steht bei Überquerung der Matte genau 3:19,58 auf der Uhr. Der Wettkampfplan hat besagt, dass ich eine realistische Chance auf Sub 5h habe, wenn ich unter 3:20 durchgehe. Also ist die Entscheidung klar - > Risiko. Ich laufe die ersten km in für mich doch recht ambitionierten 4:40-4:45/km weg. Bei km 10 sehe ich überrascht Ralph am Streckenrand stehen – schön ein Affengesicht zu sehen (nicht persönlich gemeint Ralph :)) Da ist zeitmäßig die Welt auch noch in Ordnung und wenn ich das Tempo durchhalte, geht sich Sub 5h aus. Die Lunge und die Beine sind da jedoch anderer Meinung und bei km 12 war klar - > das wird auch diesmal nichts und der Arbeitstag wird noch lang und hart. Bei der Verpflegstelle bei km 14 ist es dann soweit – die ersten 200-300m Gehen stehen am Programm. Als alter Zahlenmensch schwirren ständig potenzielle Endzeiten im Kopf herum – leider ist keine mehr unter 5h dabei. Ich schleppe mich also immer laufend zu den Verpflegstellen um dann dort einige 100m zu gehen – dreimal in Summe muss ich das Laufen bleiben lassen und auf Wandertag umstellen. Leichte Anzeichen von Krämpfen säumen den Weg - aber weit ist es ja nicht mehr. Die letzten 1,5km wird nochmal durchgelaufen, was dazu führt, dass auf den letzten150m!! zum ersten Mal richtige Krämpfe meinen Zieleinlauf zerstören. Am Ende steht 5:07,02 auf Anzeigentafel.

Meine dritte Zeit unter 5:10 aber noch immer nicht unter 5h. In Anbetracht der Umstände und der gefühlten Trainingsform bin ich jedoch nicht unzufrieden. Ob ich die Sub 5h noch mal probieren werde, kann ich aus jetziger Sicht nicht sagen – aber auch Podo 2021 war lange nicht am Plan. Danke an Coach Matthias fürs Coachen und natürlich auch an Ralph der die Monkey- Supporter Fahnen hochgehalten hat. Ach ja: mein Neo ist beim Auschecken noch immer quer über die Wechselzone gelegen und ich war NICHT in der Penaltybox (nimm das Aquathlon) :)!

Sunpie Agency