Der Sports Monkeys Triathlon Club

Wien Triathlon - Rennberichte III

19. September 2025ca. 4 Minuten Lesezeit

Ich beschließe im vergangenen Winter, dass ich dieses Jahr mal wieder ernsthafter Triathlon trainieren möchte.

Damit ich ein Ziel habe, wähle ich die Wettbewerbe auf der Donauinsel. Um fast alle Varianten absolviert zu haben, melde ich mich für den King of Vienna an. Nachdem ich am Thiersee auf der Zielgeraden 2 Plätze verloren hatte, war der Lauffokus der letzten Wochen Zielsprint.

Am Freitag Freiwasserschwimmen. Sowohl Zeit als auch Feeling eher durchwachsen, aber der achte Platz in der Männerwertung stimmt mich für den King positiv.
Am Samstag rechne ich zum Frühstück nicht mit einem Start, weil abgesagt wegen dem starken Regen. Bei Sonnenschein in der Donaustadt geht es dann doch auf die Donauinsel. Ich freue mich schon. Die Wechselzone richte ich so ein, dass ein Regenschauer meinen Schuhen nichts anhaben kann und stecke sie in einen Mistsack. Meine Startposition beim Schwimmen führt mich direkt in die Waschmaschine. Ich denke mir, " eine Runde kann ich durchbeißen“. Mit einer annehmbaren Schwimmzeit laufe ich in die Wechselzone und schaffe erstmalig im gesamten Jahr einen laufenden Aufstieg aufs Rad.
Mit den 20km am Rad bin ich sehr zufrieden. Es hatte richtig Spaß gemacht, auch weil die Straße nicht ziemlich nass ist und der Dreck spritzt.
Dann der Tiefpunkt des Tages. Ich möchte schon in die Laufschuhe wechseln, nur wo sind Sie? Der Mistsack ist leer! Zuerst denke ich, ich bin am falschen Platz, doch auch das Ablaufen von 4 Gängen lässt meine Schuhe nicht auftauchen. Einige Minuten grüble ich über bloßfüssig laufen oder unsportlich den Nachbarn berauben. Dann musste ich einsehen:
Dass das der „Sprint und der King“ ein dnf wird.
Kann es ein Zufall sein, dass ein paar Minuten nach mir auch eine andere Frau ihre Schuhe nicht finden kann?
Beim Auschecken des Rades finde ich meine Schuhe außerhalb der Wechselzone im Dreck liegen. Nachdenklich bereite ich mich nun auf den Höhepunkt des Wochenendes vor, die olympische Distanz.

Der Wetterbericht ist schlecht und ich reise mit Unmengen von Regenequipment an. Die Laufschuhe verstecke ich heute unter Regenjacke Überschuhen usw. Soviel vorweg, ich kann mit Schuhen laufen!
Der Reihe nach. Beim Schwimmen merke ich, dass ich das 3te Mal im Wettbewerb schwimme innerhalb von 3 Tagen. Ich komme zwar mit Verspätung in die Wechselzone, dann starte ich eine Verfolgungsjagd. Mit einem Schnitt von 35 bei relativ zurückhaltender Fahrweise bin ich sehr zufrieden.
Mit Dominik aus Deutschland habe ich schon am Rad mehrmals Position gewechselt. Auf die Laufstrecke geht es gemeinsam. Ein Blick auf die Uhr sagt mir: Die heimlich erträumte Zeit von 2:20 wird es wohl nicht geben, da ich realistisch gesehen über 40 Minuten brauchen werde. Bei einem 4:20er Schnitt wechsle ich mit Dominik oftmals die Position. Im Feld kommen wir immer weiter nach vorne. Beim Anstieg zum ersten Zieldurchlauf bin ich plötzlich allein. Insgeheim freue ich mich, da ich mir sicher bin, eine Position gewonnen zu haben.
Die letzten 5km werden sehr hart. Ich erblicke Moritz auf der finalen Wendestrecke, als er mit 500m Vorsprung mir entgegen kommt. Auf dem langen letzten Kilometer spüre ich einen Gegner im Nacken. Dominik ist wieder da.
Ich ziehe voll durch und mein Zielsprinttraining hat geholfen. Vermutlich musste Pentek Timing ein Zielfoto auswerten. Gleiche Zeit, aber ich gewinne den Pokal für den dritten Platz in der AK. (2:21:14)
Mein erster Triathlonpokal!
Überglücklich warte ich auf die Siegerehrung, als plötzlich auch die Familie da ist.
Ein wechselhaftes Wochenende endet wunderbar.

Zum Thema
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2025/09/wien-olympisch/

Johannes Eichinger
geschrieben von Johannes Eichinger

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