Wien Triathlon - Rennberichte II
Olympische Distanz
Martina Ecker
Triathlon zum Saisonabschluss: Oder wie ich lernte, das Schwimmen zu ignorieren und trotzdem im Ziel zu landen!
Nachdem Hans und ich festgestellt hatten, dass der Triathlon am Thiersee ohne uns stattfinden muss (schnief), wollte Hans unbedingt noch ein „Saisonabschluss-Ding“ machen. Ich war – sagen wir mal – mäßig begeistert. Mein innerer Schweinehund hatte sich schon im Langdistanz-Sommerurlaub eingerichtet und lag mit einem Cocktail auf der Couch. Doch dann fiel das magische Wort:
Er-Sie-Wertung.
Na gut, dachte ich. Dann halt Er-Sie-Wertung statt Netflix und Nudelauflauf.
Samstag, Nummernabholung. Motto: Nass war's!
Strömender Regen. Wetterbericht für Sonntag? Noch schlimmer. Ich? Keine Lust. Kein Bock. Null Motivation. Seit der Langdistanz wieder kaum trainiert – danke, liebes Alter, für gar nichts.
Sonntag, frühmorgens, Wechselzone.
Ich checke ein. Keine Nummerierung – freie Platzwahl. Hans will beim Ausgang stehen. Ich brauche einen markanten Punkt, sonst irre ich post-schwimmend durch die Wechselzone wie ein verlorener Wandersmann. Ich entscheide mich: bei den Dixi-Klos. Geruchstechnisch grenzwertig, aber: Ich finde's!
Rad eingehängt, und siehe da – noch ein Monkey! Moritz ist da, Nicole ist da, Christian auch… es wird fast ein Klassentreffen. Wir plaudern uns zum Schwimmstart.
Wasser, Wellen, und: Wo ist die verdammte Boje?
Hans bekommt noch ein Küsschen auf die Wange – er startet fünf Minuten früher – und schon bin ich mit Nicole im Wasser. Noch schnell viel Glück gewünscht und zack, ist sie weg. Ich hingegen: Hinten im Feld, wo’s gemütlich ist. Matthias’ Worte aus dem letzten Training im Kopf:
„Gleiten! Kraftvoll abstoßen!“
Ich gleite also… irgendwie. Dann: zweite Runde – Boje weg! Einfach nicht mehr da. Ich schwimme kurz Brust, frage meine Mitschwimmer:innen: „Seht ihr die auch nicht?“ – Nein. Okay, dann halt freestyle Richtung Ausstieg.
Auf zwei Rädern gegen den Wind.
Die Stufen zur Wechselzone nehme ich wie eine Oma auf Urlaub – schließlich soll das hier ein „Fun-Triathlon“ sein, oder? Raus aus dem Neo, rauf aufs Rad. 4 Runden. Gegenwind deluxe. Gefühlte -1 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.
Meine Beine? Kraft? Pff. Aber immerhin: keine Platten, kein Sturz, kein Drama.
Laufen oder lieber Abkürzen? Gewissen 1 : Faulheit 0
Schuhe gewechselt, los geht’s. Nach 200 m direkt in ein Loch gestiegen – mein Knie meldet sich. Ich fühle kurz nach: Geht noch. Ab da läuft’s – wortwörtlich. Wobei… Beim Cyclodrom kreisen die Gedanken:
„Du könntest ja abkürzen. Es schaut eh keiner. Keine Zeitmessung. Niemand merkt’s.“ Aber dann mein überkorrektes Gewissen: „NEIN! Das macht man nicht. Auch wenn man könnte.“
Also: tapfer zweite Runde gelaufen. Zielsprint mit Happy End-
Endlich im Ziel. Hans und Nicole schon frisch, satt und geduscht (ehrlich, wie schnell waren die bitte?!). Und ich? Ich bekomme einen Willkommenskuss von Hans – das Beste am ganzen Tag.
Mit einer Platzierung habe ich wirklich nicht gerechnet. Und doch: ein krönender Abschluss einer etwas durchwachsenen, aber absolut legendären Saison.
Olympische Distanz
David Marihart
Meine erste Triathlon Saison mit vielen coolen Eindrücken über die Sprint-, Kurz- und Mitteldistanz ist im Großen und Ganzen für mich sehr erfreulich und zufriedenstellend verlaufen. Nur auf der Olympischen in Thiersee hatte ich aufgrund meiner defekten Gangschaltung eine Rechnung offen. Somit bin ich mit großem Wiedergutmachungswillen am Sonntag in Wien an den Start gegangen.
Bereits am Freitag (2 Tage vor dem Wettkampf) meinte Vincent beim Schwimmtraining zu mir, ich könnte die 2:10h Marke anpeilen. Doch ein bisschen stutzig reagierte ich darauf, weil ich in Bezug auf letztes Jahr (mein erster Triathlon überhaupt) nicht gedacht hätte, um 10 Minuten schneller sein zu können.
Auch wenn ich im Schwimmen noch immer sehr viel zu verbessern habe – ich schwimme erst seit 1,5 Jahren – bin ich mit meiner Steigerung sehr zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahr konnte ich um 7 Minuten schneller sein. Danke für die zahlreichen Schwimmtrainings und Inputs an dieser Stelle an Vincent, Matthias, Anna und Markus. Als ich dann ziemlich alleine auf das Rad gestiegen bin, war das ein ziemlich ungewohntes Gefühl für mich. So wirklich habe ich niemanden vor mir gesehen, aber zum Glück habe ich ja noch die Radstrecke vom letzten Jahr gekannt. Mit dem Laufen bin ich recht zufrieden, nach insgesamt 2:06:29 ins Ziel gekommen und danke den Monkeys auf der Strecke fürs Anfeuern!
Olympische Distanz
Norbert Nagl
Der angekündigte Regen hat glücklicherweise in der Früh aufgehört, und die Radstrecke war zu 90% auch bereits aufgetrocknet. Ich war etwas unmotiviert vor dem Start, vermutlich weil die Wettkampfsaison schon lange ist. Alle 3 Disziplinen habe ich dann unspektakulär abgewickelt. Ich war 2. in der AK, weil beim letzten "Bergaufstück" war der Speicher leer, und ich konnte nichts mehr beim Laufen zusetzen.
Olympische Distanz
Pascal Pavlik
Mein Vienna Triathlon auf der Olympischen Distanz
Der Vienna Triathlon auf der Donauinsel – 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. Startzeit: 9:45 Uhr. Schon am Abend zuvor hatte ich alles vorbereitet, doch eine Kleinigkeit fehlte noch: Ich war nicht angemeldet und musste mich in der Früh nachnennen.
Um 6:30 Uhr klingelte der Wecker. Ein Blick auf die Wettervorhersage zeigte 30 % Regenwahrscheinlichkeit. Nicht ideal, aber auch kein Weltuntergang. Mein Triathlonrad war in der Werkstatt, also musste das Rennrad mit Aufleger herhalten – die hatte ich auf meinem Bianchi noch nie montiert. Mit Rad und einer großen Tasche am Rücken machte ich mich auf den Weg, allerdings mit mulmigem Gefühl. Mein Magen rebellierte, die Nervosität war deutlich spürbar.
Am Wettkampfgelände angekommen: nachgemeldet, Wechselzone eingerichtet, Gels in die Trinkflasche gefüllt (Cola und grüner Apfel – ein katastrophaler Mix) und umgezogen. Dann ging es Richtung Schwimmstart.
Schwimmen
Zwei Runden standen an. Das Wasser war angenehm kühl, ich positionierte mich perfekt zur ersten Boje. Beim Startsignal war ich etwas verschlafen, fand aber schnell mein Tempo. Schon nach 50 m kam mir ein Konkurrent zu nahe, sodass ich kurz ausweichen musste. Vor dem Brückenpfeiler entschied ich mich für die linke Seite, erhöhte das Tempo und schwamm vorneweg.
Der Wind und die Wellen machten die Strecke anspruchsvoller als am Freitag beim Freiwasserwettkampf, doch genau das spielte mir in die Karten. Die dritte Boje war kaum sichtbar, also schwamm ich auf gut Glück parallel zur Neuen Donau. In der zweiten Runde wurde es noch welliger, und bei der vierten Boje musste ich mich durch dichte Menschentrauben schlängeln. Schließlich fand ich ein „Loch“ und schwamm direkt am Ufer entlang zum orangen Schwimmausstieg.
Wechselzone 1
Ein unglaubliches Gefühl: als Erster aus dem Wasser und in die Wechselzone laufen, angefeuert von allen. Neoprenanzug aus, Helm auf, Socken (!) und Radschuhe an. Dann das Rad geschnappt. Nur das Einklicken in die Pedale war eine Geduldsprobe – drei Versuche, 20 Sekunden verloren.
Radfahren
Vier Runden, insgesamt 37 km. Die erste Runde fuhr ich alleine hinter dem Motorrad her, immer wachsam vor der tückischen Kurve. Flussabwärts erreichte ich 36–40 km/h, bergauf bremste der Gegenwind auf 32–34 km/h. Ende der ersten Runde wurde ich eingeholt, rutschte auf Platz 3 und konnte das Tempo nicht halten. Runde 2 verlief unspektakulär, in Runde 3 zog Sandra an mir vorbei, und ich hängte mich in ihren Windschatten. Auch in Runde 4 blieb ich dort, sparte Energie für den Lauf und wechselte schließlich mit einem sauberen Abstieg zurück in die Zone.
Wechselzone 2
Das Rad mit etwas Schwung in die Halterung gestellt – haarscharf an einem Problem mit dem hinteren Werfer vorbei. Helm runter, Laufschuhe an, doch dann meldeten sich meine Beine. Waden und Oberschenkel drohten mit Krämpfen, ich musste mich aufrichten, zum Glück entspannte sich alles rasch. Dann ab auf die Laufstrecke.
Laufen
Zwei Runden, insgesamt 9,3 km. Es nieselte leicht, der Boden war vom Regen der letzten Tage verschlammt. In der ersten Runde hoffte ich, dass meine Muskeln durchhalten würden. An den Labstationen trank ich nur Wasser, um meinen Magen nicht zusätzlich zu belasten. Mit 3:50/km begann ich eine kleine Aufholjagd – eher ein Verteidigen als ein Überholen.
In Runde 2 gelang es mir, einen Konkurrenten zu überholen. Doch 300–400 m vor dem Ziel wurde ich selbst noch einmal geschnappt.
So landete ich auf Gesamtplatz 5 und Rang 2 in meiner Altersklasse.
Daten & Ergebnis
Schwimmen: 21:08 min (1:21/100m)
Radfahren: 1:02:14 h (35,6 km/h – 211 W)
Laufen: 37:35 min (4:04/km)
Gesamtzeit: 02:04:03
Ein Rennen voller Emotionen, kleiner Rückschläge und starker Momente – und am Ende mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann.
Zum Thema
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2025/09/wien-olympisch/