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VCM Winterlaufserie

28. Jänner 2026ca. 5 Minuten Lesezeit

VCM Winterlauf 10km

Ausdauer und Adrenalin, ein Podcast von Pascal Pavlik, zum Thema
https://open.spotify.com/episode/5JI5X2v5sXDxCCHB4kelWc?si=fb32ee2ab3e84679

Der heutige Vormittag am Sonntag, den 25.01.26, stand ganz im Zeichen eines 10-Kilometer-Laufs bei der VCM Winterlaufserie. Kein Rennen, bei dem es um Bestzeiten ging, sondern ein bewusster Trainingslauf – ein ehrlicher Blick darauf, wo ich gerade stehe. Genau deshalb habe ich mich für diese Distanz entschieden. Zehn Kilometer sind für mich der perfekte Maßstab: Lang genug, um nichts zu verstecken, kurz genug, um gnadenlos ehrlich zu sein.

Die Ausgangslage war alles andere als ideal. Über die Feiertage hat mich eine Grippe komplett aus dem Rhythmus gebracht. Von Weihnachten bis Neujahr war an strukturiertes Training nicht zu denken. Zwar hatte ich danach noch ein paar Wochen Zeit, um wieder halbwegs in Form zu kommen, aber der Jänner ist als Student eine Herausforderung für sich – Prüfungen, Abgaben, mentaler Stress. Und als wäre das nicht genug, war ich direkt vor dem Lauf eine Woche auf einem Trainergrundkurs. Fachlich spannend, körperlich aber eher kontraproduktiv. Mir war also klar: Heute geht es nicht um ein perfektes Rennen.

Trotzdem hatte ich eine grobe Zielvorstellung im Kopf. Ideal wären 40 Minuten gewesen, realistisch eher irgendwo zwischen 42 und 45. Ich bin mit dem Anspruch an den Start gegangen, einfach einen sauberen Lauf zu machen, auf meinen Körper zu hören und mir selbst keinen unnötigen Druck zu machen. Gerade bei einem Winterlauf spielt die mentale Vorbereitung für mich eine große Rolle – Erwartungen richtig einzuordnen und ehrlich zu bleiben.

Es war kalt. Die letzten Tage in Wien waren eisig, also habe ich mich entsprechend warm angezogen. Vielleicht ein bisschen zu warm, wie sich später zeigen sollte. Die Hauptallee war leicht nass, stellenweise lagen Pferdeäpfel auf der Strecke – nicht unbedingt das, was man sich unter idealen Wettkampfbedingungen vorstellt.

Beim Start war ich nicht in den ersten Reihen. Das bedeutete Warten, Gedränge, langsames Anrollen. Als ich endlich loslaufen konnte, war die Strecke vor mir voll mit Läufern. Ich habe bewusst versucht, mich nicht mitreißen zu lassen, bin kontrolliert angelaufen und habe mich bei etwa 3:50 Minuten pro Kilometer eingependelt. Auf den ersten eineinhalb Kilometern konnte ich viele überholen, bis sich das Feld langsam lichtete.

Kurz vor dem Lusthaus kamen mir plötzlich Läufer entgegen. Für einen Moment dachte ich, ich sei extrem weit vorne – bis mir klar wurde, dass dort kein Wendepunkt war, sondern die Strecke rund um das Lusthaus führte. Ein kleiner Realitätscheck, der demütigend, aber auch irgendwie amüsant war.

Ab diesem Punkt wurde mir klar, dass sich das geplante Tempo nicht halten lassen würde. Die 4:00-Pace war heute nicht drin. Ich ging etwas raus, Richtung 4:10 pro Kilometer. Gleichzeitig merkte ich, wie mir immer wärmer wurde. Bei Kilometer vier war klar: Meine Körpertemperatur ist viel zu hoch, ich schwitze stark – und wir sind erst bei der Hälfte. Kein gutes Gefühl.

Bei Kilometer sechs zog ich die Konsequenz und entschied mich, meine Lauf- und Windjacke auszuziehen. Der Fehler daran: Mein Oberkörper war bereits komplett nass. Die kalte Winterluft kühlte mich schlagartig aus.
Ich wollte trotzdem nicht stehen bleiben, band mir die Weste um die Schultern und lief weiter. Leider nicht besonders geschickt – der Knopf ging ständig auf, ich musste nachjustieren. Dieser Kilometer war der langsamste des gesamten Laufs.

Von da an wurde es richtig zäh. Es fiel mir zunehmend schwer, auch nur noch die 4:10-Pace zu halten. Das Tempo rutschte immer wieder Richtung 4:20. Ich war weit weg von einem Flow-Zustand, viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt – mit der Hitze, dem Frieren, dem Tempo, den Gedanken im Kopf.

Die letzten drei Kilometer waren mental der härteste Teil. Läufer, die ich zu Beginn überholt hatte, zogen wieder an mir vorbei. In meinem Kopf ging es nur noch um eines: durchkommen. Keine Gehpause. Kein Stehenbleiben. Kein Übergeben. Einfach weiterlaufen.

Auf den letzten Metern habe ich noch einmal alles mobilisiert, was noch irgendwo da war. Im Ziel blieb die Uhr bei 42 Minuten stehen, netto waren es 41:43. Genau in dem Bereich, den ich mir realistisch ausgerechnet hatte.

Nach dem Lauf blieb ein gemischtes Gefühl. Einerseits die Gewissheit, dass mit besserem Training deutlich mehr möglich gewesen wäre.
Andererseits aber auch die Ruhe, zu wissen, dass genau solche Läufe dazugehören. Nicht jeder Wettkampf läuft perfekt. Nicht jede Vorbereitung ist ideal. Und trotzdem sind es genau diese Tage, an denen man am meisten lernt.

Ich weiß jetzt, wo ich stehe. Ich weiß, woran ich arbeiten muss. Und ich weiß auch: Dieser Lauf war wichtig – nicht wegen der Zeit, sondern wegen der Erfahrung.

Ergebnisse
https://www.time-now-sports.at/2-vcm-winterlauf-25-26/

Pascal Pavlik
geschrieben von Pascal Pavlik

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