WIEN - Swim Open
von Anna Reiter Kocher
Nachdem ich mein ganzes Wochenende von Monkeys umgeben auf der Donauinsel verbracht habe, stand für mich klar: ein Bericht muss her!
Ich bin selbst über die Ziellinie gelaufen. Ich bin als Zuschauerin am Rand gestanden und habe mitgefiebert. Ich bin als Staffelteilnehmerin die Schwimmstrecke geschwommen und atemlos in die Wechselzone gesprintet. Ich habe dieses Heimrennen praktisch von allen Perspektiven miterlebt. Und dabei wurde ich nicht nur Zeugin von großartigen Debüts, Sprintbattles zur Finish-Line und unglaublichen Radsplits, sondern auch von Teamgeist und Freundschaft in der Triathlon-Community.
Ich habe die TeilnehmerInnen gebeten mir kurze Eindrücke von ihren eigenen Rennen zu schicken, in der Hoffnung einen etwas umfassenderen Bericht schreiben zu können. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich bekam spannende Antworten mit einer guten Portion Humor. Da sich doch einiges ereignet hat, ist der Bericht in mehrere Teile unterteilt.
Viel Spaß beim Lesen!
Freitag, 6. September, 17:00
Ich treffe Pascal Pavlik bei der Startnummernabholung. Ich selbst habe zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 12 Stunden Zeit bis zu meinem Wettkampf. Für Pascal geht es aber schon 30 Minuten später an den Start vom Open Water Bewerb.
Pascal berichtet:
Am Start mit einem Olympioniken ...
Beim MAKO River Swim Open in Wien, bei der ich mich für die 750m Distanz angemeldet habe – als kleines „Einschwimmen“ für die Olympische Distanz am Sonntag – durfte ich zum zweiten Mal gegen einen Olympioniken schwimmen : Felix Auböck.
Der Wettkampf war diesmal ohne Neopren, sondern in meinem guten alten
Open Water Anzug. Zwar schon sechs Jahre alt, aber was soll’s. Er passte noch. Keine Löcher, keine auflösenden Nähte. Ein kleiner Erfolg, dass der Anzug nicht gerissen ist, bevor ich überhaupt ins Wasser gesprungen bin.
Kurz vor dem Start stand ich neben Felix Auböck und konnte mir einen kleinen Scherz nicht verkneifen: „Nicht in meinen Sog schwimmen, ich mach ja nur eine Runde.“ Felix grinste, vermutlich ahnte er, dass ich mehr Windschatten von ihm bekommen würde als er von mir.
Nach einem fulminanten Start gelang es mir tatsächlich, mich zusammen mit Felix von der Gruppe abzusetzen. Doch nach 150 Metern kam die bittere Wahrheit: Meine Arme flüsterten „Sei realistisch“, ich musste das Tempo drosseln und Felix ziehen lassen. Als ich die erste Boje umrundet habe, war er schon auf dem Weg zur nächsten.
Der Weg zur dritten Boje fühlte sich unendlich lang an, während Felix sich wahrscheinlich weiter absetzte. Als er etwa 90 Meter Vorsprung hatte, beschloss ich, mein Tempo endgültig zu reduzieren. Denn eigentlich ging es ja nur darum, mich für Sonntag einzuschwimmen …
Am Ende stand eine respektable Zeit von 10 Minuten und 39 Sekunden auf der Uhr. Der Anzug ist zwar aufgerissen, aber damit war zu rechnen. Am Sonntag ging es dann ernsthaft los...