Der Sports Monkeys Triathlon Club

34 Km - Schwimmen

4. Oktober 2025ca. eine Minute Lesezeit

Mein Ultraschwimmprojekt 2025: 34 Kilometer, ein Ziel, ein Streckenrekord

Ich liebe das Schwimmen. Für eine Triathletin vielleicht ungewöhnlich, aber wer seine halbe Kindheit im Wasser verbringt, versteht: Schwimmen ist für mich mehr als Sport. Es ist Meditation. Gedanken ordnen sich, Ideen entstehen, Sorgen verschwinden. Und doch: Ich trainiere lieber in Gesellschaft. Genau das wurde bei meinem Projekt 2025 aber zur Herausforderung. Nach zwei intensiven Langdistanzjahren wollte ich eigentlich kürzertreten. Dachte ich. Bis Rick und ich uns für das 34-Kilometer-Schwimmen im Wörthersee anmeldeten. Warum? Weil ich das Wasser liebe. Weil ich die Zeit hatte. Und weil dieser Traum schon lange in mir schlummerte. Ab Juni hieß es: drei Monate Vollgas. Bis zu 53 Kilometer pro Woche schwimmen, viele Wochenenden im Stadionbad, Krafttraining (mein ungeliebter Schlüssel zum Erfolg), Verpflegungsstrategien testen, mentale Vorbereitungen, Freiwassereinheiten. Die besten Einheiten? Ganz klar: die mit den Monkeys <3. Doch bei Distanzen bis zu 30 Kilometern kommt zwangsläufig die Einsamkeit. Und da wurde mir klar: Ich liebe den Sport – aber noch mehr liebe ich ihn in Gesellschaft. Coole Einheiten, geteilte Erfolge, schwere Arme – gemeinsam ist alles leichter.

Ich erinnere mich an viele Meilensteine:
• Die ersten 17 km mit Theresas verrückte Pyramidenprogrammen.
• 25 km im Becken – spontan motiviert von Anna.
• 10×2000m mit Felix, der im richtigen Moment mitschwamm.
• 30 km am Ende mit Simone – ohne sie wäre es nicht so leicht gewesen.
• Und all die vielen Einheiten mit Katja, Tamara, Nico, René, Roman, Susanne,
Rudi, Robert, Pascal und vielen weiteren Monkeys.

Das Training lief besser als erwartet, aber es war auch härter. Der große Tag kam, das Wetter war perfekt. Für mich als kälteempfindliche Schwimmerin ein Geschenk. Theresa (inzwischen meine neue Schwimmpartnerin) und ich hatten die beste Support-Crew: Stefan, Katja, Rick, Nico, Tamara. Sogar Inge und Robert waren beim Start um 6:40 Uhr dabei. Die Stimmung in der Morgendämmerung war magisch und die ersten Züge fühlten sich fantastisch an. Die 1:1-Betreuung mit Begleitboot war neu für mich: weniger Trubel, mehr Fokus – bin mir noch unschlüssig ob ich das besser oder schlechter fand. Alle 30-45 Minuten gab’s Gel und Kohlenhydratgetränk per Käscher, ab Stunde drei auch Koffein. Sah lustig aus, aber hat gut funktioniert. Die erste Hälfte, bis Klagenfurt verging wie im Flug – zum Glück! Die Stimmung war großartig, und obwohl dort Bojen fehlten, fanden wir den Weg – und Rick wurde kurzerhand zur menschlichen Boje für die anderen Schwimmer:innen. Ich erkundigte mich immer mal wieder nach Theresa und nach meiner Crew – alles schien super zu laufen.

Dann kam der Kampf. Der Verkehr auf dem See nahm zu, die Kirche von Maria Wörth rückte nicht näher. Meine Arme wurden schwer, mein Nacken steif, mein kleiner Finger schmerzte. Ja, richtig gelesen – der Finger. Man kann eben nicht alles trainieren. Und genau darin liegt eine Wahrheit des Sports: Es sind oft die kleinen Dinge, die herausfordern. Aber ich schwamm weiter.
Meine größte Stärke? Mein positives Mindset. Es trägt mich durch Zweifel, Erschöpfung und durch die letzten Kilometer, wenn der Körper längst protestiert. Die letzten 10 Kilometer fühlten sich trotzdem endlos an. Dann sagte Nico:
„Wenn du jetzt Gas gibst, schaffst du’s unter 10 Stunden.“ Ich lachte. Sub10 war nie das Ziel und ich wollte doch auch in erster Linie ankommen. Aber ich versuchte es. Und merkte bald: Die Kraft reicht nicht. Jeder Meter tat weh und war einfach mühsam. Nach 7/8 Stunden im Wasser vielleicht auch normal.

Was sich nach einer Unendlichkeit anfühlte, war dann doch geschafft: Nach unglaublichen 10 Stunden und 13 Minuten war ich wieder in Velden. Ich erreichte die Ziellinie, früher als erwartet, und wurde direkt von der Siegerehrung der anderen Distanzen empfangen. Gänsehaut. Besonders, als ich später erfuhr: Neuer Streckenrekord! Und an Land? War alles wieder okay. Erstaunlich, wie gut es mir ging – besser als gedacht. Was blieb war ein dickes Grinsen in meinem Gesicht und ein sehr offensichtlicher Sonnenbrand auf der Stirn von der Badekappe. Auch drei Wochen später, während ich diesen Bericht schreibe (und der Sonnenbrand auf der Stirn zum Glück nicht mehr so offensichtlich ist), bin ich immer noch überwältigt. Es war ein Wochenende voller großartiger Menschen, intensiver Momente und Erinnerungen, die bleiben. Danke an alle, die mitgefiebert und Daumen gedrückt haben – und ein ganz besonderes Dankeschön an die beste Support-Crew der Welt. Herzlichen Glückwunsch auch an Theresa, die nicht nur das Training leichter gemacht hat, sondern auch eine beeindruckende Leistung ins Wasser gebracht hat. Wer ihren Bericht noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen.

https://tri.sportsmonkeys.at/news/2025/09/was-andere-laufen-das-schwimm-ich/

Und für alle, die jetzt Lust auf ein Open-Water-Event bekommen haben: Der Alpen Adria Swim Cup ist absolut empfehlenswert – top organisiert und ein echtes Highlight!

https://www.alpenadriaswimcup.at/w%C3%B6rthersee-13-09-2025

Garmin-Daten zu meiner bisher längsten Schwimmdistanz
Distanz: 35.121m
Zeit: 10:12:54
Durchschnittlich verstrichenes Tempo: 1:44/100
Verbrannte Kalorien 7.360 kcal
Ob ich es noch einmal machen würde? Wohl eher nicht. Aber manchmal überrascht man sich ja auch selbst.
Offizielle Rekordzeit: 10:13:00,08

zum Thema
https://tri.sportsmonkeys.at/news/2025/09/woerthersee-34-km-schwimmen/

Lena Tölke
geschrieben von Lena Tölke

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